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Listening Center und Technikberichterstattung: Hinweise aus der Welt der Prosumer

Das Listening Center der Reihnischen Post monitort in Echtzeit das Internet – soziale Netzwerke, Nachrichten und diverse Plattformen – und findet auf Basis von verschiedenen Kriterien aktuelle Informationen. Die Anwender erhalten individuelle, für sie relevante, Reportings per Mail. Im journalistischen Bereich wird das digitale Recherche-Tool besonders im lokalen Umfeld genutzt.

Ein Gastbeitrag von Lena Kiefhaber

Hannah Monderkamp ist Social-Media-Analystin und arbeitet im Audience-Engagement-Team am Listening Center der Rheinischen Post.
Hannah Monderkamp ist Social-Media-Analystin im Audience-Engagement-Team am Listening Center der Rheinischen Post. (Foto: Monderkamp)

Mittels Listening Center kann Webnutzern auf der ganzen Welt zugehört werden, dies wäre auch bei Technikberichterstattung möglich. Angenommen ein Technikjournalist würde dieses Tool nutzen, was schätzen Sie die Einflüsse auf seine Arbeit ein?

Monderkamp: Es kann auf jeden Fall helfen, den Bereich allumfassender abzudecken. Man kann alles, was passiert mitbekommen, auch im internationalen Raum. Dies gilt auch für die vielen verschiedenen Zielgruppen, man bekommt die Möglichkeit kleine Interessensgruppen und Trends abzubilden.

Das gesamte Netz durchkämmen

Das Listening Center kann also helfen, die eigene Filterblase der Journalisten selbst zerplatzen zu lassen. Wie ändert sich der Berufsalltag eines Technikjournalisten durch das Listening Center?

Monderkamp: Der Berufsalltag ändert sich auf jeden Fall. Erstens spart er Zeit, da er nicht mehr alles händisch durchkämmen muss. Zweitens gibt es einem die Möglichkeit, wirklich das komplette Netz auf interessante Themen zu durchkämmen. So kann man schnell feststellen, ob sich etwas verändert, oder ob ein neues Thema auftaucht.


Artikel zum Thema: Listening Center: Ein Rettungsboot in der Informationsflut?


Was gilt es zu beachten, wenn man als Journalist das Listening Center nutzt?

Monderkamp: Auf jeden Fall ist und bleibt es wichtig, dass man sich selbst informiert und nicht nur davon treiben lässt. Es muss immer noch ein Redakteur beurteilen, was zum Thema wird. Zahlen sind zwar ein wichtiges Kriterium, aber sollten nicht das Einzige sein. Man sollte auch regelmäßig prüfen, ob die ausgewählten Quellen passen, besonders im asiatischen Raum sind viele Bots unterwegs.

Trend oder unternehmengetrieben?

Welche Chancen und Risiken entstehen gerade bei der Besonderheit von Technikberichterstattung?

Monderkamp: Man muss noch mal genau schauen, was wirklich der Trend ist und was nur von Unternehmen getrieben ist. Gerade im Bereich der Technik ist dies schwierig, da es häufig nur eine Quelle gibt. Wichtig ist dabei: Das Listening Center ist kein Rechercheersatz. Es gibt einem nur Hinweise. Nachrecherchieren muss man dann immer noch selbst.

Ist eine Weiterentwicklung der Anwendung geplant?

Monderkamp: Woran wir derzeit arbeiten, ist die Trenderkennung. Das Tool soll automatisch erkennen, ob etwas ein relevantes Thema sein wird. Also das was sich gerade noch entwickelt. Ich denke, da kann man noch viel in den Bereichen der Automatisierung und der Künstlichen Intelligenz tun.

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