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	<title>konstruktiver Journalismus Archive - Future Communication</title>
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	<description>Zukunft der Technikkommunikation</description>
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	<title>konstruktiver Journalismus Archive - Future Communication</title>
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		<title>Konstruktiver Journalismus: im Interview mit dem Journalismustrainer Michael Gleich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Aug 2022 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie lässt sich konstruktiver, lösungsorientierter Journalismus in der Lehre umsetzten? Michael Gleich gibt im Interview Insights aus seiner Perspektive als Journalismustrainer.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/konstruktiver-journalismus-im-interview-mit-dem-journalismustrainer-michael-gleich/">Konstruktiver Journalismus: im Interview mit dem Journalismustrainer Michael Gleich</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-right"><em>Ein Gastbeitrag von Jonas Klaus</em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized" datatext=""><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/Portraitbild-1-815x1024.jpg" alt="" class="wp-image-2229" width="408" height="512" srcset="https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/Portraitbild-1-815x1024.jpg 815w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/Portraitbild-1-239x300.jpg 239w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/Portraitbild-1-768x964.jpg 768w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/Portraitbild-1-1223x1536.jpg 1223w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/Portraitbild-1-1631x2048.jpg 1631w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/Portraitbild-1-1570x1971.jpg 1570w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/Portraitbild-1-1000x1256.jpg 1000w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/Portraitbild-1-19x24.jpg 19w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/Portraitbild-1-29x36.jpg 29w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/Portraitbild-1-38x48.jpg 38w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/Portraitbild-1-scaled.jpg 2039w" sizes="(max-width: 408px) 100vw, 408px" /><figcaption>Bild: Michael Gleich</figcaption></figure></div>


<p><br />Michael Gleich ist Journalist, moderiert Tagungen, publiziert und gilt als ein Protagonist des konstruktiven Journalismus in Deutschland. Nach seinem Studium der Publizistik, Soziologie und Geschichte arbeitete er bei mehreren Verlagen als Redakteur und Reporter. Später gründete er Netzwerke für Recherchen und Veranstaltungen. In seinem Projekt Peace Counts dokumentierten Journalisten und Fotografen die Arbeit von Konfliktlösern in über 40 Ländern. Neben dem Schreiben ist er auch als Moderator tätig, hält Vorträge oder lehrt. Mit seiner Arbeit möchte Gleich Menschen dazu auffordern, ihre Potenziale zu entfalten und ihre Lebendigkeit fördern.</p>



<div style="height:100px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading">Herr Gleich, wie bewerten Sie die Lage der Medien in Deutschland? Kommt der Journalismus noch seinen gesellschaftlichen Aufgaben nach?</h2>



<p>Durch meine zahlreichen Auslandsaufenthalte, teilweise auch in Diktaturen, konnte ich einen guten, internationalen Blick erhalten. Im Vergleich sind wir in Deutschland immer noch bestens versorgt, was Presse und Medien betrifft. Bei aller berechtigten Kritik, die übrigens auch Teil des Systems ist, haben wir noch immer eine der besten Positionen im Vergleich. Gleichzeitig lässt sich dennoch eine Erosion im Qualitätsjournalismus beobachten. Das liegt einerseits daran, dass mit dem Zurückgehen der klassischen Anzeigen für den Printjournalismus eine wichtige Einnahmequelle versiegt und zweitens an dem Kauf- und Abonnierverhalten der jüngeren Generation, die sich nicht mehr an Abonnements binden will. Aufwändige Recherchen, wie sie der <a href="https://futurecommunication.de/__trashed/">konstruktive Journalismus</a> voraussetzt, sind dadurch immer weniger bezahlbar. Das ist ein großes Problem. Auch nimmt die Anfeindung bis hin zur Bedrohung von Journalisten und Journalistinnen immer stärker zu. Grundsätzlich aber werden die Erwartungen an den Journalismus, wie beispielsweise die Aufklärungs-, Bildungs- oder Kontrollfunktion, weiterhin erfüllt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Für Konstruktiven bzw. Solution Journalismus gibt es noch keine eindeutige Definition und unterschiedliche Sichtweisen. Wie definieren Sie diesen?</h2>



<p>Für mich ist kritisch-konstruktiver Journalismus eine Spielart des Journalismus, die, ausgehend von gesellschaftlichen Problemen, das Erkenntnisinteresse auf mögliche Lösungen richtet. Wichtig ist dabei eine unabhängige und kritische Berichterstattung. Im Gegensatz zu den Positive News liegt der Fokus aber nicht auf individuellen, sondern auf gesellschaftlichen Problemen wie Klimawandel, Armut oder Migration. Es werden Lösungsansätze gesucht und kritisch beleuchtet, ich brauche also Belege dafür, wie diese Lösungen wirken. Analog zu der Medizin müssen hier auch die Risiken und Nebenwirkungen genannt werden. Was kritisch-konstruktiver Journalismus aber nicht sein sollte: PR für „gute“ Projekte. Und auch Aktivismus, also eine politische Agenda, ist hier fehl am Platz.</p>



<h2 class="wp-block-heading">In Deutschland befindet sich konstruktiver Journalismus noch am Anfang. Warum sind hier andere Länder wie die USA oder Dänemark schon weiter?</h2>



<p>Der sogenannte <a href="https://futurecommunication.de/pionierjournalismus-vertrauen-durch-transparenz/">Solution Journalism</a> in den USA wurde von führenden Journalisten und Journalistinnen wie Tina Rosenberg von den New York Times propagiert, das hat zur weiten Verbreitung beigetragen. Hierzulande ist man deutlich misstrauischer. Als ich, vermutlich als einer der Ersten, den Begriff 2008 verwendet habe, fragten mich Journalisten verärgert, ob sie denn dann „destruktiven“ Journalismus betreiben würden. Insgeheim stimmt dies auch, denn Forscher konnten nachweisen, dass viele Redaktionen durch negative Berichterstattung zu Medienverdrossenheit bei vielen Nutzern und Nutzerinnen beitragen. Immer wieder gab es dann den Verdacht, dass konstruktiver Journalismus so etwas wie die „rosarote Brille“ darstellen könnte. Niemand, der konstruktiven Journalismus betreibt, möchte aber etwas weichspülen, sondern hochqualitativen Journalismus betreiben, und zwar mit den gleichen berufsethischen Standards wie sonst auch. Ein weiterer Punkt sind die Ressourcen: Hochwertiger, kritischer Journalismus kostet Zeit und Geld. In den USA wird konstruktiver Journalismus deshalb unter anderem von Stiftungen finanziert, das ist in Deutschland aktuell allerdings noch verpönt, da man die Unabhängigkeit gefährdet sieht. Wir bräuchten eigentlich einen Fonds, aus dem aufwändige Recherchen finanziert werden. Dieser müsste unabhängig verwaltet werden, am besten durch die Medienhäuser selbst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was halten Sie von den ersten Ansätzen, wie sie deutsche Redaktion wie <a href="https://www.zeit.de/zustimmung?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2Findex">Zeit online</a> oder der <a href="https://www.ndr.de">NDR</a> einführen?</h2>



<p>Da gibt es mittlerweile viele Medien, die entsprechende Formate eingeführt haben. Beispielsweise hat Focus online als eine der reichweitenstarken Onlinemagazine mit Perspektiven ein entsprechendes Format im Angebot, aber auch viele regionale Tageszeitungen wie die Sächsische Zeitung versuchen sich daran. Die Qualität variiert natürlich, wie überall im Journalismus. Für eine genaue Beurteilung müssten wir uns die Berichte pro Medium allerdings genauer ansehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was raten Sie Medienhäusern, um den konstruktiven Journalismus in der eigenen Arbeit zu stärken?</h2>



<p>Es braucht zwei Ebenen: Zunächst müssen Redakteure und Redakteurinnen geschult werden, aber nicht im Handwerk, sondern es sollte darum gehen, den Blick auf den Lösungsaspekt zu schärfen. Zweitens sollten Redaktionen Strukturen und Verantwortlichkeiten festlegen, also wer sich um die Umsetzung dieses Aspekts kümmert und einen festen Platz im Medium für diese Formate etabliert. Nur so kann eine Kontinuität gewährleistet werden. Konstruktiver Journalismus setzt deutlich umfangreichere Recherche voraus. Deshalb sollten Redaktionen festlegen, in welchen Bereichen oberflächliche und schnelle Berichterstattung und wo „Tiefenbohrungen“ Sinn machen. Dort könnten sie dann auch ihr Budget konzentrieren. Vielleicht sollten Redaktionen als dritten Aspekt nach einer gewissen Zeit ihre Arbeit von außen beleuchten lassen: Wie ist der Status quo? Haben wir unsere Ziele erfüllt? Ich konnte auch feststellen, wie sehr agiles Arbeiten bei Innovationsprojekten hilft, hier könnte man ebenfalls ansetzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Umfangreiche Recherchen sind bei News-Meldungen kaum möglich. Kann man hier konstruktiven Journalismus überhaupt umsetzen?</h2>



<p>Breaking News sind kurze Meldungen und ereignisorientiert. Das ist keine Hintergrundberichterstattung. Jeden Versuch, positive Nachrichten als Alternative zu beispielsweise der Tagesschau zu machen, halte ich für falsch</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sie sind Journalismustrainer. Worauf legen Sie bei der Vermittlung der KJ-Grundlagen besonders wert? Nehmen Journalisten ihre gesellschaftliche Verantwortung bewusst war?</h2>



<p>In meiner Lehre an der Hochschule Ansbach sehe ich viel Bewusstsein für die gesellschaftliche Verantwortung bei den werdenden Journalisten. Als Journalismustrainer werde ich natürlich in erster Linie von Redaktionen ins Haus geholt, bei denen schon eine Bereitschaft vorhanden ist, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Es geht darum, den Blick zu schärfen, sich selbst zu hinterfragen: Denn alles liegt im Auge des Betrachters, an den Filtern, mit denen er die Welt wahrnimmt. Journalisten und Journalistinnen können dann mit verschiedenen Recherche- oder Drehansätzen versuchen, auch die Lösungsseite zu berichten, das müssen sie dann üben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Auf dem YouTube-Kanal der Welt setzt sich der Redakteur Constantin van Lijnden unter anderem mit dem Journalismus auseinander und kritisiert dort linken Aktivismus. Könnte sich dies unter dem konstruktiven Journalismus bessern oder verstärkt dieser eher eine eventuelle Tendenz?</h2>



<p>Sicher lockt auch Journalismus sogenannte „Weltverbesserer“ an. Ich weiß jedenfalls, dass jungen Menschen eine höhere Sinnorientierung unterstellt wird, ganz gleich, ob sie bei einer Bank oder einem Autobauer arbeiten. Sinn kann dabei alles Mögliche bedeuten, einerseits also die Motivation, die klassischen Funktionen des Journalismus zu wahren, andererseits natürlich auch, gewisse gesellschaftliche Kräfte zu stärken. Der eher rechts-konservativen Welt könnten Sie hier sicherlich auch Aktivismus unterstellen. Jedenfalls kam die Behauptung, Journalisten würden nach links driften, schon in den 70er Jahren auf und ist somit nicht neu.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehrere Journalisten, darunter auch Ellen Heinrichs von der Deutschen Welle, raten Redaktionen sich besser zu vernetzen und Organisationsstrukturen zu überdenken. Mit &#8222;Der Kongress tanzt&#8220; haben Sie selbst eine Veranstaltungsplattform für Begegnungen und Lernen gegründet. Wie lässt sich dies umsetzen?</h2>



<p>Derzeit bereite ich die Reportage „Der Wandel ist weiblich“ in Ruanda vor. Das ist eine Zusammenarbeit der Frankfurter Rundschau und dem NDR. Im investigativen Journalismus sind solche Kooperationen schon länger üblich. Ich halte sehr viel von solchen Verbünden. Klar, Netzwerke müssen aufgrund ihrer Komplexität auch gut verwaltet werden, aber insgesamt befürworte ich sie als wichtiges Standbein des konstruktiven Journalismus. Selbstverständlich sollten sich Partner zusammenfinden, die sich gegenseitig keine Konkurrenz machen, sondern ergänzen. Auch die Ressourcen könnten sie in einem gemeinsamen Pool bündeln, doch das scheitert häufig an Problemen wie Entscheidungsstrukturen oder Hierarchien. Langfristig werden Allianzen aber zunehmen, da bin ich mir sicher.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/konstruktiver-journalismus-im-interview-mit-dem-journalismustrainer-michael-gleich/">Konstruktiver Journalismus: im Interview mit dem Journalismustrainer Michael Gleich</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
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		<title>Konstruktiver Journalismus als Zukunftsperspektive</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Aug 2022 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[konstruktiver Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[ulrikhaagerup]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Klassischer Journalismus versucht tendenziell Probleme in den Diskurs zu bringen – mit bislang wenig Lösungsperspektiven. Mit dem konstruktiven Journalismus kommt eine dänische Erscheinung nach Deutschland. Mit viel Potenzial für einen Journalismus in der Krise. Ein Gastbeitrag von Jonas Klaus „If Journalism is Broken, so is Democracy“ – Mit diesen alarmierenden Worten fordert Ulrik Haagerup zu [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/__trashed/">Konstruktiver Journalismus als Zukunftsperspektive</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
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<p>Klassischer Journalismus versucht tendenziell Probleme in den Diskurs zu bringen – mit bislang wenig Lösungsperspektiven. Mit dem konstruktiven Journalismus kommt eine dänische Erscheinung nach Deutschland. Mit viel Potenzial für einen Journalismus in der Krise.</p>



<p class="has-text-align-right"><br /><em>Ein Gastbeitrag von Jonas Klaus</em></p>



<p>„If Journalism is Broken, so is Democracy“ – Mit diesen alarmierenden Worten fordert Ulrik Haagerup zu einem Umdenken im Journalismus auf. Er ist Gründer des <a href="https://constructiveinstitute.org/">Constructive Instituts</a> und mittlerweile zu einem Vorreiter des sogenannten konstruktiven Journalismus avanciert. Der Däne gründete das Institut 2017 mit der Mission, nicht weniger als die globale Berichterstattung zu verändern. Die Organisation stellt Redaktionen ein Portal mit bewährten Praktiken und Forschungsergebnissen sowie Stipendien- und Ausbildungsprogramme zur Verfügung. Medienschaffenden will Haagerup so helfen, die neue Spielart des Journalismus in der täglichen Arbeit anzuwenden. <br />Dass dies notwendig ist, zeigen seit Jahren mehrere Studien: Einer <a href="https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/umfragen/aktuell/glaubwuerdigkeit-der-medien-2020/">repräsentativen Studie</a> von Infratest Dimap im Auftrag der ZEIT zufolge gaben über die Hälfte aller Befragten an, nur wenig bis gar kein Vertrauen in die deutschen Medien zu haben – im Jahr 2015. Zwar hat sich diese Beziehung im Pandemiejahr 2020 gebessert – nun vertrauen immerhin 56 Prozent den Medien eher bis stark – doch gleichzeitig nahmen auch die Angriffe auf Journalisten während der Pandemie stark zu. </p>



<p>Ein Grund für die Organisation<a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/rangliste-2022#:~:text=Die%20Lage%20in%20Deutschland%20(Rang,allen%20voran%20Gewalt%20bei%20Demonstrationen."> Reporter ohne Grenzen</a>, die deutsche Pressefreiheit nur noch auf zufriedenstellend herabzustufen. Wer hier an kleine, radikale Minderheiten denkt, liegt sicher nicht falsch. Doch sie sind zusammen mit weiteren Problemen nach Ansicht der Autoren Leif Kramp und Stephan Weichert auch zugleich ein Symptom eines jahrzehntelangen Strukturwandels: Der digitalen Wende. Eine Herausforderung, in der die meisten Medien zunehmend mit sinkenden Lesendenzahlen und somit finanziellen Ressourcen zu kämpfen haben – wodurch die Qualität sinkt. Das zeigte sich insbesondere in der Coronakrise.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Negativität in der Berichterstattung</h2>



<p>Das Jahr 2021. Wer sich in der Pandemie korrekt verhalten will, kommt um eine regelmäßige Nutzung der Medien kaum herum. Dabei folgt einer Coronaschlagzeile die nächste, das eine Schreckensszenario der Triage in den Kliniken dem anderen von Tausenden Toten durch einen exponentiellen Verlauf der Pandemie. Wirklich entziehen kann sich ein halbwegs besorgte/r Bürger*in dabei kaum. Schließlich ist nie genau bekannt, wie es in der Krise weitergeht – und mit welchen Folgen. Und den subjektiven Eindruck, der sich daraus bei so manchem Rezipierenden eingestellt haben mag, verdichtet die Wissenschaft: Sprach- und Medienwissenschaftler stellten einen Negativitäts-Bias in der durchschnittlichen Berichterstattung fest. Zusammen mit einem Überangebot von Informationen, die oft „redundant, ungesichert,&nbsp;sachfalsch und kurzlebig“ sind und einer tendenziell unausgewogenen Berichterstattung&nbsp;führte dies zu viel Stress beim Rezipierenden bis hin zu einer Meidung entsprechender Angebote. <br />Dabei mangelte es nicht an kritischer Berichterstattung – allerdings für noch härtere&nbsp;Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Bevorzugt wurden Expert*innen zu Rate gezogen,&nbsp;die den Haltungen der Journalist*innen entsprachen. Zudem fehlten oft zugrundeliegende&nbsp;Hintergründe und Einordnungen zu Informationen und Daten. Alles Eigenschaften, auf die es&nbsp;besonders in Krisenzeiten eigentlich ankommt. Konstruktiver Journalismus könnte hier der&nbsp;Schlüssel sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lösungsansätze als Zukunft</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized" datatext=""><img decoding="async" src="https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/3D89CF2E-B6FB-40FF-892D-3A6B601BB716.jpeg" alt="Bild: Stadtbibliothek Erlangen." class="wp-image-2195" width="768" height="512" srcset="https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/3D89CF2E-B6FB-40FF-892D-3A6B601BB716.jpeg 1024w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/3D89CF2E-B6FB-40FF-892D-3A6B601BB716-300x200.jpeg 300w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/3D89CF2E-B6FB-40FF-892D-3A6B601BB716-768x512.jpeg 768w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/3D89CF2E-B6FB-40FF-892D-3A6B601BB716-1000x667.jpeg 1000w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/3D89CF2E-B6FB-40FF-892D-3A6B601BB716-24x16.jpeg 24w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/3D89CF2E-B6FB-40FF-892D-3A6B601BB716-36x24.jpeg 36w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2022/08/3D89CF2E-B6FB-40FF-892D-3A6B601BB716-48x32.jpeg 48w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption>Bild: Stadtbibliothek Erlangen.</figcaption></figure></div>


<p>Michael Gleich ist Journalist, moderiert Tagungen und lehrt Journalismus an der Hochschule&nbsp;Ansbach. Als ein „Protagonist des konstruktiven Journalismus“ in Deutschland sieht er noch&nbsp;weitere Ursachen für die aktuelle* Lage der Medien: „Durch meine zahlreichen Auslandsaufenthalte, teilweise auch in Diktaturen, konnte ich einen guten, internationalen Blick erhalten &#8211; wir haben noch immer eine der besten Positionen im Vergleich. Gleichzeitig lässt sich&nbsp;dennoch eine Erosion im Qualitätsjournalismus beobachten, da mit dem Zurückgehen der&nbsp;klassischen Anzeigen für den Printjournalismus eine wichtige Einnahmequelle versiegt und&nbsp;zweitens an dem Kauf- und Abonnierverhalten der jüngeren Generation, die sich nicht mehr&nbsp;an Abonnements binden will. Aufwändige Recherchen, wie sie der konstruktive Journalismus&nbsp;voraussetzt, sind dadurch immer weniger bezahlbar. Das ist ein großes Problem.“ </p>



<p>Dass&nbsp;hochwertiger Journalismus aber weiterhin reife Früchte tragen kann, zeigte sein Projekt&nbsp;Peace Counts: Journalist*innen und Fotografierende reisten in über 40 Konfliktregionen, um&nbsp;die erfolgreiche Arbeit von Friedensmachenden zu dokumentieren. Unter Anderem veröffentlichten mehrere europäische Magazine die Berichtsserien, die neben zahlreichen weiteren&nbsp;Medien entstanden. Michael Gleich ist als konstruktiver Journalist in seiner Arbeit besonders&nbsp;wichtig, dass „Erkenntnisinteresse auf mögliche Lösungen“ zu richten, also nicht nur gesellschaftliche Probleme wie Klimawandel oder Armut, sondern auch mögliche Lösungsansätze&nbsp;kritisch zu beleuchten. Damit ist er Teil einer sich vergrößernden Bewegung im weltweiten&nbsp;Journalismus, inspiriert durch Pioniere wie Ulrik Haagerup. </p>



<p>In Deutschland lassen sich hier&nbsp;mittlerweile einige Beispiele an Medien finden, die sich an entsprechenden Formaten versuchen: Bei NDR Info Perspektiven sollen Zuschauende mit möglichen Lösungsansätzen inspiriert werden. Bei ZEIT online erwartet Rezipierende das Format „Die Antwort“. Mit „Deutschland spricht“ will man zudem den Austausch und eine bessere Lösungsfindung fördern. Im&nbsp;„#Lösungsfinder“ der Tagesthemen und Tagesschau.de sollen Geschichten erzählt werden,&nbsp;die Auswege aus bestehenden Problemen enthalten. Mit <a href="https://perspective-daily.de/">Perspective Daily</a> widmet sich&nbsp;sogar ein eigenes Online-Magazin dem konstruktiven Journalismus. Die neue Spielart&nbsp;scheint sich also langsam zu verbreiten. Kritisierende der neuen Gangart befürchten damit&nbsp;auch eine Tendenz zu einem weichgespülten Journalismus.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Konstruktiver Journalismus oft noch kritisch gesehen</h2>



<p>Das Jahr 2008. Michael Gleich arbeitet derzeit an seinem Buch „Culture Counts“. Er untersucht verschiedene Kulturen und wie diese einander ergänzen können. Er ruft zu mehr Vielfältigkeit auf. Wichtig ist ihm bereits hier eine lösungsorientierte Denkweise, immer wieder&nbsp;fällt der Begriff konstruktiver Journalismus – wofür er viel Missverständnis erntet. „Als ich,&nbsp;vermutlich als einer der ersten, den Begriff 2008 verwendet habe, fragten mich Journalisten&nbsp;verärgert, ob sie denn dann „destruktiven“ Journalismus betreiben würden. Insgeheim stimmt&nbsp;dies ja auch, denn Forschende konnten nachweisen, dass viele Redaktionen durch negative&nbsp;Berichterstattung zu Medienverdrossenheit bei vielen Nutzern und Nutzerinnen beitragen.&nbsp;Immer wieder gab es dann den Verdacht, dass konstruktiver Journalismus so etwas wie die&nbsp;„rosarote Brille“ darstellen könnte. Niemand, der konstruktiven Journalismus betreibt, möchte&nbsp;aber etwas weichspülen, sondern hochqualitativen Journalismus betreiben, und zwar mit den&nbsp;gleichen berufsethischen Standards wie sonst auch.“&nbsp;</p>



<p>Zudem gibt es noch weitere Kritikpunkte: Journalisten und Journalistinnen könnten indirekt&nbsp;PR für beispielsweise Unternehmen betreiben, die bereits Lösungen versprechen. Und auch&nbsp;das oft diskutierte Spannungsfeld zwischen Journalismus und Aktivismus ist mit der Bemühung um mehr Konstruktivität nicht unbedingt vom Tisch. Zusätzlich haben Redaktionen in&nbsp;der Praxis bereits jetzt mit knappen Ressourcen zu kämpfen, was sich auf die Qualität auswirkt. Umfangreiche Recherchen werden so immer schwieriger. Ausgerechnet hier soll konstruktiver Journalismus, der ja auf genau diese setzt, helfen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Hohes Potenzial bei Jüngeren</h2>



<p>Im Jahr 2017 führen die Autoren Stephan Weichert und Leif Kramp eine <a href="https://www.researchgate.net/publication/316089345_Millennials_Mediennutzungsverhalten_und_Optionen_fur_Zeitungsverlage_2017">Studie zum Mediennutzungsverhalten</a> durch. Mittels qualitativer Telefoninterviews und Gruppendiskussionen&nbsp;werden Millennials befragt, worauf sie bei Medienangeboten Wert legen. Dabei fällt auf, dass&nbsp;die Befragten zwischen 15 bis 35 Jahren neben Social Media vor allem Nachrichten bevorzugen, die Perspektiven und Lösungsansätze bieten. Die Forschenden leiten daraus ein hohes&nbsp;Potenzial für konstruktive Formate ab. Ellen Heinrichs, Programmdirektorin bei der Deutschen Welle, kann dies nur bestätigen: „Jüngere Menschen erwarten sich von den Medien&nbsp;nachweislich Lösungen, damit sie überhaupt Nachrichten und Informationen konsumieren.&nbsp;</p>



<p>Darüber hinaus habe ich in meiner Studie herausgefunden, dass sich konstruktive Ansätze&nbsp;positiv auf die Monetarisierung auswirken können. Das sieht man bei der ZEIT, aber&nbsp;beispielsweise auch bei der Sächsischen Zeitung, deren Chefredakteur Uwe Vetterick ganz&nbsp;klar sagt: „Wir verkaufen mehr Abos, weil wir lösungsorientiert berichten“.</p>



<p>Konstruktiver Journalismus hat also Potenzial – wenn kritisch und qualitativ durchgeführt. Mit&nbsp;dem Fokus auf Lösungen kann er die Qualität journalistischer Erzeugnisse steigern und damit auch wieder zu mehr Vertrauen in die redaktionelle Arbeit beitragen. Besonders eine&nbsp;junge, Social-Media-affine Zielgruppe würde sich über mehr Partizipation und einen Gestaltungswillen freuen – und sich somit eher an Abonnements binden. Doch damit verbunden&nbsp;sind noch viele Hoffnungen, denn aktuell steht diese „Spielart des Journalismus“ noch am&nbsp;Anfang. Neben verstärkter Forschung braucht es hier noch mehr mutige Journalisten und&nbsp;Journalistinnen, die sich an entsprechenden Formaten bedienen. Nicht zuletzt wäre auch ein&nbsp;deutsches Netzwerk à la Haagerup für Redaktionen hilfreich. Damit Journalismus auch zukünftig insbesondere in Krisenzeiten seiner Aufgabe nachkommen kann: Für eine stabile Demokratie zu sorgen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/__trashed/">Konstruktiver Journalismus als Zukunftsperspektive</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
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		<title>Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten</title>
		<link>https://futurecommunication.de/gute-nachrichten-schlechte-nachrichten/</link>
					<comments>https://futurecommunication.de/gute-nachrichten-schlechte-nachrichten/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie Spies]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 May 2022 09:27:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[konstruktiver Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Lösung]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtenverweigerung]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftsgeschichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Studien zufolge verweigert ein Drittel der Menschen Nachrichten. Das ist kein Wunder. Wer derzeit<br />
News konsumiert, wird mit schlechten Nachrichten und erschreckenden Bildern<br />
bombardiert. Die Nachrichtenlage kann, gerade in Zeiten der Corona-Pandemie und eines Krieges<br />
in Europa, frustrieren.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/gute-nachrichten-schlechte-nachrichten/">Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
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<p class="has-text-align-left"><strong>Studien zufolge verweigert ein Drittel der Menschen Nachrichten. Das ist kein Wunder. Wer derzeit<br />News konsumiert, wird mit schlechten Nachrichten und erschreckenden Bildern<br />bombardiert. Die Nachrichtenlage kann, gerade in Zeiten der Corona-Pandemie und eines Krieges<br />in Europa, frustrieren.</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein Drittel der Menschen verweigert Nachrichten</strong></h2>



<p>Im April 2021 wurde die Studie <em><a href="https://www.grimme-institut.de/fileadmin/Grimme_Nutzer_Dateien/Institut/Dokumente/Lo__sungen_Perspektiven_Dialog.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Lösungen, Perspektiven, Dialog- Warum Konstruktiver Journalismus sich für Medien und Gesellschaft lohnt“</a></em>  des Grimme Instituts veröffentlicht. Geforscht wurde unter anderem an den Auswirkungen der negativen Berichterstattung für die Rezipient*innen. „Im digitalen Zeitalter (…) reagieren viele Menschen zunehmend ablehnend auf die traditionell auf Probleme (..) fokussierte Berichterstattung der Medien“, heißt es in der Studie. Deutlich wird das, wenn man sich diese Ergebnisse ansieht: Ein Drittel der Menschen weltweit konsumiert keine Nachrichten mehr. Der Fachbegriff hierfür lautet <em>Nachrichtenverweigerung</em>. Als Grund gibt die Hälfte dieser Gruppe an, dass sich die negativen Nachrichten schlecht auf deren Stimmung auswirken. Ein weiterer Teil fühlt sich bei der Nachrichtenlage hilflos. Dieses Phänomen taucht in allen Altersgruppen und sozialen Schichten auf. </p>



<p>Diese Entwicklung sorgt dafür, dass die Meinungsvielfalt und auch der Diskurs immer weniger stattfinden können. Außerdem können sich so die Meinungen extremer Kleingruppen leichter verbreiten. Die Studie macht deutlich: „Für die Demokratie und den gesellschaftlichen Diskurs sind solche Entwicklungen Gift: Denn nur informierte Bürger:innen können mitreden und letztlich informierte (Wahl-) Entscheidungen treffen.“</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Konstruktiver Journalismus als Lösungsansatz</strong></h2>



<p>Doch wie lässt sich der Nachrichtenverweigerung entgegenwirken? Ein zentrales Thema der Studie, sowie ein Lösungsansatz, ist konstruktiver Journalismus. Hierbei handelt es sich um eine positive und lösungsorientierte Berichterstattung. Gerade eine offene Sichtweise ist hierbei zentral. Im konstruktiven Journalismus gibt es nicht nur Schwarz-Weiß-Ansichten. Die Autor*innen der Studie definieren konstruktiven Journalismus als „relevanter, nuancierter und perspektivenreiche Journalismus, der faire Debatten initiieren und moderieren und über Probleme genauso wie über Lösungen berichten will.“ Die Journalist*innen zeigen also nicht nur auf, was falsch läuft. Sie bringen Lösungsansätze und eröffnen den Diskurs. So sollen die Nachrichten eine positive Nuance erhalten. Die Leser*innen sollen nicht das Gefühl von guter versus schlechter Meinung haben. Diese Art der Berichterstattung sorgt auch für eine größere Meinungsvielfalt. Es gibt eben Grauzonen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Projekt <em>Zukunft 6.0</em></strong></h2>



<p>Zu diesem Thema haben sich auch die Macher*innen des Projekts <em><a href="https://sechsnull.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zukunft 6.0</a></em> Gedanken gemacht. Das Projekt wurde von <em><a href="https://magaziniker.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">den Magazinikern</a></em>, einer Content-Agentur, und<a href="https://www.fotogloria.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"> <em>Fotogloria</em></a>, einer Agentur für Fotografie, in Zusammenarbeit gegründet und entwickelt. „Wir wollen Zukunft zeigen. Zum einen auf der inhaltlichen Ebene, wir wollen Dinge sichtbar machen, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Dann gibt es noch eine handwerkliche, erzählerische Ebene. Wir wollen auf 6.0 die Zukunft des digitalen Storytellings durchspielen“, erklärt Steffen Beck, Gründungsmitglied und Geschäftsführer der Magaziniker. Der Name &nbsp;Zukunft 6.0 hat eine besondere Bedeutung: „Beim Titel haben wir uns an die Industrie 4.0 angelehnt. Wir haben uns dann für 6.0 entschieden, weil wir die Zukunft, also das was noch kommt, zeigen wollen“, erklärt Edda Fahrenhorst, Gründerin.</p>



<p>Das Team besucht &nbsp;deutsche Industrieunternehmen und berichtet über die Innovationen, die dort entstehen. Die Geschichten veröffentlichen sie dann auf ihrer Homepage. So zeigen sie, wie die Firmen die Zukunft mit Innovationen gestalten und auch verbessern. Besonders ist, dass gezielt Themen aufgearbeitet werden, die sonst nicht sichtbar sind. Im Fokus steht eine positive und anschauliche Berichterstattung. Es soll vor allem klar werden, wie in den Unternehmen an der besseren Zukunft gearbeitet wird. „Da passiert viel mehr Positives als ich je dachte. Ob das im Gesamtkontext irgendwann reicht, um in einer guten und besseren Welt zu leben, das wage ich hier nicht zu beantworten“, so Fahrenhorst.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten</strong></h2>



<p>Die Nachrichtenlage wird sich in der nächsten Zeit kaum verbessern. Selbst wenn irgendwann Frieden herrschen sollte und es keine Pandemien mehr gäbe, wird uns zumindest der Klimawandel noch nachhaltig beschäftigen. Aus diesem Grund muss sich der Journalismus anpassen. Ob mit konstruktivem Journalismus oder positiven Zukunftsgeschichten, die Berichterstattung muss erträglicher werden. Die Nachrichtenverweigerung darf nicht noch weiter zunehmen.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><a id="_msocom_1"></a></p>




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