<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>KI im Journalismus Archive - Future Communication</title>
	<atom:link href="https://futurecommunication.de/tag/ki-im-journalismus/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://futurecommunication.de/tag/ki-im-journalismus/</link>
	<description>Zukunft der Technikkommunikation</description>
	<lastBuildDate>Fri, 18 Sep 2020 20:34:45 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.6.4</generator>

<image>
	<url>https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-KeyVisual_Future-Communication-32x32.png</url>
	<title>KI im Journalismus Archive - Future Communication</title>
	<link>https://futurecommunication.de/tag/ki-im-journalismus/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Wenn Roboter Texte schreiben</title>
		<link>https://futurecommunication.de/wenn-roboter-texte-schreiben/</link>
					<comments>https://futurecommunication.de/wenn-roboter-texte-schreiben/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2020 06:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Tools]]></category>
		<category><![CDATA[Automatisierung]]></category>
		<category><![CDATA[AX Semantics]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubwürdigkeit im Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[KI im Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kostenreduzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Mensch und Maschine]]></category>
		<category><![CDATA[Roboterjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Saim Rolf Alkan]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://futurecommunication.de/?p=314</guid>

					<description><![CDATA[<p>Saim Rolf Alkan ist CEO von AX Semantics, einem Stuttgarter Software-Unternehmen, welches einer der Vorreiter im Bereich der automatisierten Texterstellung ist. Im Interview spricht er darüber, wie Roboterjournalismus Erfolg haben kann. Ein Gastbeitrag von Jessica Herfel Denken Sie, dass der Roboterjournalismus die Arbeit von Journalisten erleichtert? Alkan: Ich denke erweitern passt hier besser als erleichtern. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/wenn-roboter-texte-schreiben/">Wenn Roboter Texte schreiben</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Saim Rolf Alkan ist CEO von AX Semantics, einem Stuttgarter Software-Unternehmen, welches einer der Vorreiter im Bereich der automatisierten Texterstellung ist. Im Interview spricht er darüber, wie Roboterjournalismus Erfolg haben kann.</p>



<span id="more-314"></span>



<p class="has-text-align-right"><em>Ein Gastbeitrag von Jessica Herfel</em></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan.jpg" alt="" class="wp-image-516" width="327" height="327" srcset="https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan.jpg 960w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan-300x300.jpg 300w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan-150x150.jpg 150w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan-768x768.jpg 768w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan-24x24.jpg 24w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan-36x36.jpg 36w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan-48x48.jpg 48w" sizes="(max-width: 327px) 100vw, 327px" /><figcaption>Neben seiner Tätigkeit bei AX Semantics ist Saim Alkan Dozent und Referent in den Bereichen Online-Kommunikation und Roboterjournalismus. (Foto: Alkan)</figcaption></figure></div>



<p><em>Denken Sie, dass der Roboterjournalismus die Arbeit von Journalisten erleichtert?</em> </p>



<p><strong>Alkan:</strong> Ich denke erweitern passt hier besser als erleichtern. Mit unserer Software erleichtern wir dem Journalisten nicht seinen Job, wir geben ihm nur mehr Zeit seine Arbeit zu erledigen. In dem Zusammenhang kann das aber natürlich auch als Erleichterung gesehen werden. Journalisten müssen sich dadurch beispielsweise auch nicht mehr mit dem Zurechtstutzen von Technik-PR-Meldungen und damit, dass diese auf ihre Webseite passen, beschäftigen. Solche Tätigkeiten kann von A bis Z die Maschine erledigen. Und die Journalisten können dann die große Technik-Story schreiben. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Maschine gemeinsam mit dem Menschen</h2>



<p><em>In welchen Bereichen kann der Roboterjournalismus helfen und Aufgaben übernehmen?</em></p>



<p><strong>Alkan:</strong> Mir ist es immer ganz wichtig, dass es um Mensch und Maschine als Gemeinsames geht und nicht um den Menschen gegen die Maschine. Wir müssen also einfach schauen, wie dieses kooperative Arbeitsmodell aussieht und welche Aufgaben Textroboter im Verhältnis zum menschlichen Journalisten übernehmen. Auch repetitive Aufgaben können natürlich von Maschinen übernommen werden. Das sind Aufgaben, die sich Verlage vorher vielleicht nicht geleistet haben, weil die Kosten für den Inhalt im Verhältnis zum Ertrag, der mit dem Inhalt möglich war, sich nicht gelohnt haben. </p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p>Artikel zum Thema: <a href="https://futurecommunication.de/wie-roboterjournalismus-sich-auf-die-medienlandschaft-auswirkt/(öffnet in neuem Tab)">Wie Roboterjournalismus sich auf die Medienlandschaft auswirkt</a></p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><em>Stehen der Programmieraufwand und die Programmierkosten im Verhältnis zum Nutzen?</em></p>



<p><strong>Alkan:</strong> Für andere Anbieter kann ich da leider nicht sprechen. Unsere Software kostet 279 Euro im Monat. Es können dann mehrere hundert Texte im Monat erstellt werden. Außerdem ist es mit unserem Tool kein Programmieren, sondern ein Konfigurieren. Vorgestellt werden kann sich das als Word für automatisierte Texte. Sie bedienen Word und dann kommt da ein Text raus. Ein bestimmter Textbereich wird markiert und eine Funktion hinzugefügt, dann wird ein zweiter Textbereich markiert und ebenfalls eine Funktion hinzugefügt. Das geschieht aus über 350 verschiedenen Funktionen und am Ende ist der automatisierte Text erstellt. Das macht der Redakteur alles selbst. Wir hingegen kümmern uns um die Vereinfachung der Plattform, soweit es geht und geben dem Journalisten quasi die Möglichkeit, ohne einen Techniker mit seinem ganzen Domain-Wissen Texte zu generieren. Das heißt für mich, der Aufwand steht immer im Verhältnis, weil wir mit dem Wissen des Journalisten Texte in höchster Qualität erstellen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehler menschlich erkennen</h2>



<p><em>Müssen die durch die Software generierten Texte nochmal Korrektur gelesen werden? Ist da der Aufwand nicht zu hoch?</em></p>



<p><strong>Alkan:</strong> Die Datenbank muss im Voraus perfekt sein. Wenn es einen Fehler in der Datenbank gibt, dann wird keine Maschine diesen im Nachhinein herausfiltern. Fehler werden übernommen. Unsere Software ist keine KI, die einfach so aus 500 Texten eine Produktbeschreibung erstellt. Sondern sie ist eine regelbasierte KI, die einen Lernprozess durchläuft. Am Anfang sollten die Texte also besser nochmal durchgelesen werden, um zu überprüfen, ob Kommas falsch gesetzt wurden, oder andere grammatikalische Fehler vorliegen. Und wenn das einmal gecheckt wurde, macht die Maschine das immer stabil und gleich. Dann muss auch nichts mehr korrigiert werden. Wenn ich mir jetzt die Zeit einspare, zwei Millionen Texte zu schreiben, dann kann ich niemanden hinsetzen, der die Texte alle lektoriert. Das macht keinen wirtschaftlichen Sinn. Also muss das Ergebnis aus der Maschine so gut und durch vorher iteratives Entwickeln geprüft sein, dass am Ende niemand mehr drauf schauen muss.</p>



<p><em>Journalisten stehen aufgrund ihrer Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit oft in der Diskussion. Denken Sie, dass durch Algorithmen erstellte Texte bei Lesern eine höhere Glaubwürdigkeit haben?</em></p>



<p><strong>Alkan:</strong> Robotertexten wird sogar eine höhere Fachlichkeit und Sachlichkeit zugeschrieben. Es gibt auch Studien dazu. Es wurden immer wieder die Texte, die von einer Maschine geschrieben wurden, als fachlich und sachlich korrekter eingeschätzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fußballspiele automatisch schneiden</h2>



<p><em>Welche Innovationen sehen Sie in Zukunft im Journalismus? Wird Roboterjournalismus die Zukunft sein?</em></p>



<p><strong>Alkan:</strong> Wir haben jetzt eine Nachrichtenagentur und zwei Verlage, die in der Öffentlichkeit über das Geldverdienen mit unserem Tool sprechen. Und immer mehr Verlage und Medienhäuser bekommen nach und nach davon mit. Es wird aber auch noch vieles anderes kommen. Zum Beispiel gibt es Radiosender, die Experimente machen, Verkehrsmeldungen nicht nur automatisch zu generieren, sondern auch automatisch vorlesen zu lassen und nachts gar keinen Verkehrsredakteur mehr im Haus zu haben. Das Gleiche könnte im Radio mit dem Wetter gemacht werden.</p>



<p> Es gibt auch Computer-Schnittsysteme, die Fußballspiele oder Sportereignisse im Allgemeinen komplett zusammenschneiden. Erst vorgestern war ich in der Schweiz, beim Schweizer Rundfunk. Da hat mir ein erfahrener Radiojournalist erzählt, dass er ein zusammenfassendes Video gesehen hat, das die Hochs und Tiefs der Spieler über das gesamte Turnier gezeigt hat. Das System analysiert die Gesichtsausdrücke und schneidet dann nur anhand dieser alles entsprechend zusammen. Es passiert gerade unglaublich viel und da wird sich noch mehr bewegen. Und ich glaube noch spannender ist, ob das alles erfolgreich sein wird.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/wenn-roboter-texte-schreiben/">Wenn Roboter Texte schreiben</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://futurecommunication.de/wenn-roboter-texte-schreiben/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sensorjournalismus &#8211; die Zukunft des Geschichtenerzählens?</title>
		<link>https://futurecommunication.de/sensorjournalismus-die-zukunft-des-geschichtenerzaehlens/</link>
					<comments>https://futurecommunication.de/sensorjournalismus-die-zukunft-des-geschichtenerzaehlens/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jul 2020 09:01:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Alexa]]></category>
		<category><![CDATA[Chatbots]]></category>
		<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Jakob Vicari]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus der Dinge]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[KI im Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Live-Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Personalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Sensoren]]></category>
		<category><![CDATA[Sensorjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Superkühe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://futurecommunication.de/?p=217</guid>

					<description><![CDATA[<p>Er berichtet aus dem Inneren einer Milchkuh und lässt Bienen twittern: Der Wissenschaftsjournalist und Freelance Creative Technologist Jakob Vicari erzählt Geschichten aus bisher unbekannten Perspektiven. Im Interview spricht er über die Vorteile von Sensorjournalismus und den &#8222;Journalismus der Dinge&#8220;. Ein Gastbeitrag von Jil Weber Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit Sensorjournalismus. Wie sieht der Arbeitsalltag aus, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/sensorjournalismus-die-zukunft-des-geschichtenerzaehlens/">Sensorjournalismus &#8211; die Zukunft des Geschichtenerzählens?</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Er berichtet aus  dem Inneren einer Milchkuh und lässt Bienen twittern: Der Wissenschaftsjournalist und Freelance Creative Technologist <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://twitter.com/vicari" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jakob Vicari</a> erzählt Geschichten aus bisher unbekannten Perspektiven. Im Interview spricht er über die Vorteile von Sensorjournalismus und den &#8222;Journalismus der Dinge&#8220;.</strong></p>



<span id="more-217"></span>



<p class="has-text-align-right"><em>Ein Gastbeitrag von Jil Weber</em></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/07/WhatsApp-Image-2020-07-14-at-20.33.24-683x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-287" width="314" height="471"/><figcaption>Jakob Vicari erzählt Geschichten mit Hilfe von Sensoren aus ganz neuen Blickwinkeln. (Foto: Vicari)</figcaption></figure></div>



<p><em>Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit Sensorjournalismus. Wie sieht der Arbeitsalltag aus, wenn Sie Storys mit Sensoren erstellen?</em> </p>



<p><strong>Vicari:</strong> Mein Arbeitsalltag sieht nicht anders aus als der eines normalen Journalisten. Man sucht sich Geschichten oder Themen aus und schreibt Exposés, die man jemanden anbietet, natürlich mit einem technologischen Blickwinkel. Wir machen viele Seminare hier in der Firma, die vorbereitet werden müssen. Es geht dabei hauptsächlich darum, wie man Techniken möglichst einfach erzählen kann. Oder man hat einen Tag in der Werkstatt. </p>



<p><em>Dort basteln Sie dann Ihre Sensoren zusammen? </em></p>



<p><strong>Vicari:</strong> Genau, das ist aber leider nur ein geringer Teil der meiner Arbeit.</p>



<p><em>Haben Sie nach den <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://superkuehe.wdr.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Superkühen</a> auch ein aktuelles Projekt?</em> </p>



<p><strong>Vicari:</strong> Nachdem die sensorbasierten Projekte mit den Kühen und dem Bienenstock ein voller Erfolg waren, sind wir gerade dabei, neue Projekte zu akquirieren. Es gibt aber noch nichts konkretes. Momentan beschäftigen wir uns mit neuen Ausspielkanälen wie Alexa sowie Spielzeugen oder Spiegel als neue Ausgabegeräte. Der Gedanke ist, dass man Alexa nicht nur als Ausgabegerät nutzen kann, sondern auch als Befragungstool, um zu erfahren was die Rezipienten denken. Alexa wird dann quasi selbst zum Sensor. Daher kommt auch der Gedanke des Journalismus&#8216; der Dinge.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nachrichten aus der Kaffeetasse</h2>



<p><em>Sie beschäftigen sich mit sprechenden Spielzeugen, Spiegeln und Kaffeetassen, die als neue Ausgabegeräte dienen sollen. Verschiebt sich der Journalismus dann zunehmend vom geschrieben zum gesprochenen Wort? Glauben Sie, dass Print dadurch aussterben wird?</em></p>



<p><strong>Vicari:</strong> Ich glaube tatsächlich, dass Print auf Papier nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Genau so wenig wie klassische Onlinemedien, wo man lange Artikelauf kleinen Bildschirmen lesen muss. Voice wird in Zukunft viel bedeutender werden. Vor allem aus dem Grund, dass die synthetische Sprachausgabe immer besser wird und ganz neue dialogische Formen möglich sind. Ganz nebenbei ist es viel bequemer zu konsumieren. Wenn ich morgens am Frühstückstisch sitze, dann werde ich immer überrollt von Nachrichtenmeldungen. Das war mir irgendwann zu viel. Deswegen habe ich eine sprechende Kaffeetasse mit Kippsensor gebaut, die immer nur eine Nachricht pro Schluck ausgibt. Nichtsdestotrotz glaube ich auch noch daran, dass es viele Situationen geben wird, in denen Textinformationen nötig sind. Nehmen wir doch einfach mal die Situation beim Kochen. Würde man jetzt die laufende Dunstabzugshaube mit einer Sprachausgabe versehen, könnte man ja gar nichts hören. Hier sind Nachrichten in Textform dann doch die bessere Wahl.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p>Artikel zum Thema: <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://futurecommunication.de/wie-kunstliche-intelligenz-den-journalismus-verandern-wird/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wie künstliche Intelligenz den Journalismus verändern wird</a></p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><em>Was bedeutet dieser Wandel zum Voice-Format für die journalistische Tätigkeit? Inwieweit geht dabei das klassische Handwerk verloren und der Journalist gleich mit?</em></p>



<p><strong>Vicari: </strong>Also wir arbeiten mit neuen Technologien. Mit Sensoren und Sprachassistenten, da gehört auch künstliche Intelligenz und Roboterjournalismus dazu. Eigentlich merkt man da erst, dass man trotzdem viele Journalistinnen und Journalisten braucht. Es geht bei unseren Projekten, wie wir sie verstehen, gar nicht darum, Personal einzusparen, sondern Journalismus mit Technologien besser zu machen. Was aus meiner Sicht verschwinden wird, ist der Google-Journalist – also all das, was man auch googlen kann. Man braucht keine Journalisten, die auch noch in die Zeitung schreiben, was sie ergooglet haben. Bei Sachen, die man schon super automatisieren kann, wie Fußballspiele aus der fünften Liga, Wetterberichte oder Polizeimeldungen, wird man in Zukunft auch keine Journalisten mehr brauchen. </p>



<p>Man braucht eher in der Hinsicht Journalisten, die sich neue Formate ausdenken und umsetzen. Also wie kann man eine Polizeimeldung besser zum Leser bringen. Das heißt, wie möchte er die Nachricht haben. Will er sie unter der Dusche haben? Und in welcher Form möchte er sie unter der Dusche haben. Will er sie doch lieber am Frühstücktisch haben? Vielleicht sogar aus der Kaffeetasse? Will er sie live haben, sobald was passiert und auf der Karte? Das sind alles solche Journalisten-Erzähl-Fragen, für die man erst recht Journalisten braucht.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Leser sind live dabei</h2>



<p><em>Es wird in Zukunft also wichtiger sein, Journalismus auf die Bedürfnisse der Menschen anzupassen. Wie schafft das Sensorjournalismus?</em></p>



<p><strong>Vicari:</strong> Diese Sensorprojekte haben eine Live-Komponente. Man arbeitet also mit neuen Technologien, live und nimmt zudem die Leser mit, weil es sich einfach anbietet. Alleine aus dem Grund, weil der Sensor 24 Stunden sieben Tage die Woche verfügbar ist. Man kann die Daten also in Echtzeit an den Zuschauer senden. </p>



<p>Gleichzeitig ist es aber deutlich schwieriger eine Dramaturgie aufzubauen. Natürlich will ich eine Geschichte erzählen wie jetzt beispielsweise über das Leben von drei Milchkühen in dem entscheidenden Monat. Das heißt, wenn sie ein Kalb kriegen und wieder Milch geben. Dann muss ich mir aber überlegen, was da alles passieren kann und wie bleiben die Leute 30 Tage lang dran. Das erfordert deutlich mehr journalistische Kenntnisse als vorher. Ich muss auf einmal viel mehr Optionen berücksichtigen: Was ist, wenn das Kalb krank ist am Tag x? Was ist, wenn der Kuh irgendetwas passiert und sie tot umfällt? Dann brauch ich da auf einmal viel mehr Berichterstattung. Was ist, wenn die Geburt sich verzögert? Dann muss ich dafür Flächen füllen. Man kann nicht wie üblich planen oder nachher schön zurechtschneiden, sondern muss sich genau vorher überlegen, was passieren kann. Genau dafür braucht man wieder Journalismus. Es macht den Beruf eigentlich schwieriger. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Basteln statt Telefonieren</h2>



<p><em>Sprich das Tätigkeitsfeld verschiebt sich lediglich durch die neuen Technologien? </em></p>



<p><strong>Vicari:</strong> Genau! Man hat auf einmal mit ganz anderen Berufszweigen zu tun. Plötzlich mit Progammieren oder mit Leuten, die Löten können. Anstatt den Laptop oder das Telefon bedient man auf einmal eine CNC-Fräße, um Gehäuse für solche Sensoren zu bauen. Es ist aber trotzdem noch Journalismus. Es ist eigentlich so ziemlich die Reinform dessen, weshalb ich Journalist geworden bin. Nämlich diese Suche nach neuen Perspektiven, um die Welt zu erzählen. Die Neugierde etwas Neues zu schaffen. Da inzwischen fast alle Geschichten aus den normalen Perspektiven erzählt sind, überspitzt gesagt, bietet die Technologie eine Möglichkeit, Kühen eine Stimme zu verleihen. Warum nicht auch Bienen und Kunstwerken. Das ist eine neue Perspektive auf die Welt, die ich journalistisch sehr spannend finde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Qualitativ hochwertige Daten für mehr Glaubwürdigkeit</h2>



<p><em>Sie generieren mit Ihren Sensoren alle Daten selbst und können diese quasi aus erster Hand überprüfen. Ist Sensorjournalismus somit eine Möglichkeit das Vertrauen der Rezipienten wiederzugewinnen?</em></p>



<p><strong>Vicari: </strong>Für viele Sachen gibt es keine Daten. Zum Beispiel, wie gefährlich das Radfahren in Berlin wirklich ist, da der Mindestabstand nicht eingehalten wird. Oder das Beispiel Stuttgart: wie hoch ist der Feinstaubgehalt in meinem Vorgarten? Dafür gibt es keine Messtation. Oder welche Milchkuh ist die glücklichste? Die auf dem Biohof oder die aus dem Großbetrieb? Ich muss also als Journalist selbst Daten erheben in einer Qualität, bei der ich genau sagen kann, das ist die Qualität, die ich mir wünsche. Ich weiß also viel mehr über die Daten. Somit kann ich sie auch guten Gewissens ausspielen. </p>



<p>Ich habe es so erlebt, dass die Leute das sehr zu schätzen wissen, praktisch live dabei zu sein und dass es überprüfbar ist. Wir haben letztes Jahr für den WDR drei Bienenstöcke begleitet. Dafür haben wir einen kleinen Textroboter gebaut, der das Tagebuch der Bienenkönigin geschrieben hat. Direkt daneben konnte man die Daten sehen, auf denen es basierte. Die Zuschauer sehen also die Daten und können diese überprüfen. Sie wissen auch, dass ich keinen Einfluss auf den Verlauf der Story habe, weil ich es selbst nicht vorhersehen kann. Es kann alles Mögliche passieren. Es ist nicht die schöne Version der Welt, die die Rezipienten da kriegen, sondern das Echte. Und das macht es so spannend und authentisch. Insofern würde ich sagen, dass Sensorjournalismus zu mehr Glaubwürdigkeit in den Medien führt. Denn jeder der was kritisiert, kann es anhand der mitgelieferten Daten überprüfen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Messfehler Kommunizieren</h2>



<p><em>Können Sie denn mit den Sensoren eine fehlerfreie Berichterstattung garantieren? Was ist, wenn plötzlich Fehler auftreten?</em></p>



<p><strong>Vicari: </strong>Nein, das behauptet auch niemand. Deswegen ist Transparenz ein großer Punkt für uns. Journalismus kann ja auch fehlerhaft sein. Überall dort, wo ein Reporter mit zwei Augen etwas aufnimmt, ist es mit Fehlern behaftet. Aber das weiß auch jeder. Ebenso muss man damit umgehen, wenn man mit Technologien arbeitet. Wenn zum Beispiel ein Sensor ausgefallen ist. Es heißt ja nicht sofort, dass die Kuh tot umgefallen ist, nur weil der Sensor keine Daten mehr liefert. Und das muss man offen kommunizieren. Wir arbeiten deshalb sehr viel mit Open-Source-Technologie. Das heißt, jeder kann sehen nach welchen Kriterien wir die Daten verarbeiten. Wenn Daten fehlerhaft sind, dann sagen wir das auch sehr transparent. Wir erheben also keinen höheren Wahrheitsanspruch als der Reporter. </p>



<p>Ich glaube aber, dass es im Journalismus eine große Angst gibt, Fehler zu machen. Dadurch werden ausschließlich perfekte Geschichten erzählt werden, in denen nichts schief geht. Aber diese Geschichten, in denen es immer ein Happy End gibt und glatt verläuft, wollen die Leute so langsam nicht mehr lesen. Doch die Storys, wo der Reporter mal nicht so Glück hatte, landen im Papierkorb. Den Reiz des Journalismus macht es aber ja aus, was Echtes zu erzeugen. Dass es zum Beispiel auch schief gehen kann. Wenn ich eine Kuhgeburt live auf Facebook übertrage und ich vorher nicht weiß, ob sie gut geht oder nicht, dann ist das viel glaubwürdiger, als wenn ich zehn Kuhgeburten filme und die schönste davon für meine Dokumentation auf ARTE nehme.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aus der Masse herausstechen</h2>



<p><em>Sie tanzen mit Ihren Reportagen und dem Journalismus der Dinge ja etwas aus der Reihe. Kann man als Journalist nur noch bestehen, wenn man sich eine eigene Marke aufbaut?</em></p>



<p><strong>Vicari:</strong> Ich würde auf jeden Fall ja sagen. Aber ich bin freier Journalist, natürlich muss ich quasi eine Marke sein und etwas anbieten, was niemand kann. Ich habe angefangen, dass ich Reportagen geschrieben habe für klassische Printmedien. Das kann jetzt auch nicht jeder, aber schon viele. Man schwimmt da schon sehr im Haifischbecken. Es ist aber in den Redaktionen sehr wenig los, was Roboterjournalismus, KI, Sensorjournalismus oder Journalismus der Dinge angeht. </p>



<p>Das große Problem besteht darin, dass wieder die großen Unternehmen wie Apple, Google oder Amazon da sind, die Smartspeaker bauen und die Inhalte beherrschen. Die Redaktionen sagen aber wieder „Oh Gott, oh Gott!“ und bekommen Panik. Deswegen ist es als freier Journalist verlockender. Man ist agiler und kann sich an die Spitze der Reaktion setzen und sagen: „Ich kann das. Ich kann euch helfen“. Als ich mich mit den Spielzeugen und anderen Ausgabekanälen beschäftigt habe, ist mir klar geworden, dass das alles mit dem Internet der Dinge zu tun hat und so habe ich es Journalismus der Dinge genannt. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Personalisierte Chatbots</h2>



<p><em>Sie haben in ihrer Sensor-Live-Reportage über die Superkühe auch Chatbots verwendet. Verliert der Journalismus dadurch nicht zunehmend an Authentizität?</em> </p>



<p><strong>Vicari: </strong>Im Gegenteil, ich finde die neuen Technologien bedeuten einen sehr großen Gewinn für den Journalismus. Im Moment machen gewöhnliche Medien Inhalte für alle. Mit Chatbots können wir aber jeden einzelnen einbeziehen. Die Nutzer nehmen das einfach an. Sie interessiert es nicht, mit welcher Technologie es passiert, sondern sie finden es toll, dass sie gezielte Antworten bekommen und Gespräche führen können. Auch wenn es sich nur um eine Kuh handelt, wie beidem ersten Sensorprojekt. Es braucht ja trotzdem Journalisten, die das mit Leben und Inhalt füllen, indem sie die Chatbots oder KIs trainieren. Und das ist alles andere als trivial.</p>



<p><em>Können Textroboter ein Bewusstsein entwickeln, sodass eine authentische Berichterstattung erfolgen kann oder gehen Witz, Überraschung und Kreativität dadurch verloren?</em></p>



<p><strong>Vicari:</strong> Was schon bald eine KI können wird, ist einen Text zu Ende zu schreiben oder eine Variation einer Nachricht zu schreiben, damit die FAZ auch die Nachricht hat, die in der Süddeutschen steht. Aber ich glaube, dass das Kreative, Einzigartige nach wie vor Journalisten braucht. </p>



<p>Ich bin der Meinung, dass KI eine Bereicherung sein kann. Sie kann den Journalismus origineller, witziger und unterhaltsamer machen im besten Sinne. Man ist ja oft gelangweilt, denn wer liest heute noch die 20.000 Zeichen Reportage in einer Zeitschrift. Es ist ja schön, dass GEO das noch macht, aber die Zahl der Menschen, die die liest, sinkt. Das liegt ja nicht daran, dass die Menschen keine Geschichten mehr hören wollen. Denn im gleichen Zug steigt die Zahl der Menschen, die sich 20 Stunden einer neuen Netflix-Serie verschreiben. Eine Folge nach der anderen. Das sind ja auch Geschichten die erzählt werden, nur auf eine andere Art. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Wissenschaftliche Gespräche mit der KI</h2>



<p>Wir müssen einfach schauen, dass wir diese Mechanismen, die dort entstehen, für den Journalismus nutzen. Und wenn KI da hilft, dann gerne. Wenn ich mich jetzt beispielsweise vier Stunden mit einer KI über wissenschaftliche Themen unterhalten könnte, dann wäre das toll. Dann müsste ich mich nicht von der Washington Post über die New York Times bis Süddeutsche und Spiegel quälen. Es entwickelt sich doch eher dahin, dass ich die KI fragen würde, was ich denn alles zum Corona-Virus wissen muss, oder wie es mit dem Klimawandel aussieht. Es ist viel personalisierter und einfacher. Aber auch hier brauchen wir Journalisten, die das machen, damit es nicht andere machen, die es vielleicht nicht können. </p>



<p><em>Sie würden Nachrichten also lieber gebündelter und nach Bedarf konsumieren können?</em></p>



<p><strong>Vicari: </strong>Ja genau. Ein Beispiel ist die Tagesschau. Die dauert 15 Minuten und jedes Thema dauert eineinhalb Minuten. Und wenn mich ein Thema mehr interessiert, dann möchte ich das sofort wissen und nicht erst den Rest der Tagesschau anhören. Wenn ich was lese über den Klimawandel und eine Talkshow höre, dann habe ich ja vielleicht ganz andere Fragen, als jene die dort beantwortet werden. Hier würde die KI wieder ins Spiel kommen, denn sie ermöglicht es tiefer in ein Thema einzusteigen und Fragen personalisierter zu beantworten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sensorjournalismus soll alle erreichen</h2>



<p><em>Was raten Sie schlussfolgernd für den Journalismus der Zukunft</em>?</p>



<p><strong>Vicari:</strong> Man muss vom hohen Ross des Journalismus runterkommen. Es läuft nicht mehr so, dass man sagen kann „nehmt und lest“. Das journalistische Angebot muss so gestalten werden, dass man alle erreicht. KI ist eine Chance den Journalismus so zu personalisieren, damit es für jeden zugänglich ist.</p>



<p><em>Sie sehen der Zukunft des Journalismus also positiv entgegen?</em></p>



<p><strong>Vicari:</strong> Ja, ich freue mich auf die weitere Entwicklung. Ich finde es passiert so erstaunlich wenig und sich die Tagesschau von Alexa vorlesen zu lassen, finde ich dann auch irgendwie langweilig. Ich würde gerne selbst meine Fragen dazu stellen, die mir der Journalist nicht beantworten konnte, weil das Skript eben eine bestimmte Länge hatte. Es gibt so viele Geheimnisse, die anhand von Technologien erzählt werden können. Zum Beispiel: Wie sieht die Hauskatze eigentlich die Welt, in der ich lebe und die ich mit ihr teile?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/sensorjournalismus-die-zukunft-des-geschichtenerzaehlens/">Sensorjournalismus &#8211; die Zukunft des Geschichtenerzählens?</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://futurecommunication.de/sensorjournalismus-die-zukunft-des-geschichtenerzaehlens/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie künstliche Intelligenz den Journalismus verändern wird</title>
		<link>https://futurecommunication.de/wie-kuenstliche-intelligenz-den-journalismus-veraendern-wird/</link>
					<comments>https://futurecommunication.de/wie-kuenstliche-intelligenz-den-journalismus-veraendern-wird/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jul 2020 08:55:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Data Analytics]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Chatbots]]></category>
		<category><![CDATA[Datenjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Jakob Vicari]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus der Dinge]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[KI im Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Lossau]]></category>
		<category><![CDATA[Sensorjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Smartspeaker]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachassistenten]]></category>
		<category><![CDATA[Superkühe]]></category>
		<category><![CDATA[Voice]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://futurecommunication.de/?p=126</guid>

					<description><![CDATA[<p>Von Daten aus dem Inneren einer Milchkuh über Liveaufzeichnungen aus dem Bienenstock. Mit den neuesten Technologien lassen sich Storys aus einem bisher unbekannten Blickwinkel erzählen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/wie-kuenstliche-intelligenz-den-journalismus-veraendern-wird/">Wie künstliche Intelligenz den Journalismus verändern wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Von Daten aus dem Inneren einer Milchkuh über Liveaufzeichnungen aus dem Bienenstock. Mit den neuesten Technologien lassen sich Storys aus einem bisher unbekannten Blickwinkel erzählen.</strong> </p>



<span id="more-126"></span>



<p class="has-text-align-right"><em>Ein Gastbeitrag von Jil Weber</em></p>



<p>Journalismus der Dinge. <a href="https://futurecommunication.de/sensorjournalismus-die-zukunft-des-geschichtenerzaehlens/-" target="_blank" rel="noreferrer noopener">So nennt es der Freelance Creative Technologist und freie Wissenschaftsjournalist Jakob Vicari</a>. Angefangen mit Reportagen, die er für klassische Printmedien schrieb, gab sich der 38-Jährige zunehmend seiner Liebe für Experimente hin. Die Suche nach neuen Perspektiven die Welt zu erzählen – einer der Hauptbeweggründe, weshalb Vicari überhaupt Journalist geworden ist. Er ist getrieben von der Neugierde etwas Neues zu schaffen und dazu macht er sich geschickt die neuen Technologien zunutze. Das, was in vielen Redaktionen Panik in die Gesichter der Journalisten hervorruft, bringt Vicaris Augen zum Strahlen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Sensor im Kuhmagen</h2>



<p>Mit Sensoren, Textrobotern und Chatbots erzählt er Geschichten wie das für den WDR produzierte Sensorjournalismus-Projekt <a href="https://superkuehe.wdr.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Superkühe“</a>. Dafür wurden drei Kühe von jeweils drei Bauernhöfen mit einem Sensor in ihrem Magen ausgestattet, um 30 Tage lang in Echtzeit Daten über das Wohlbefinden der Tiere auszuspielen. Ziel dieses Projekts war es, den Kühen eine Stimme zu geben und Aufschluss darüber zu bekommen, welche Kuh sich am wohlsten fühlt. Uschi auf dem Bio-Hof, Emma im Familienbetrieb oder Connie vom Großhof. Natürlich ist der Zuschauer praktisch immer Live dabei und kann sich sogar mit der Kuh „unterhalten“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die schöne gegen die echte Welt</h2>



<p>Damit zeigt Vicari, dass Journalismus auch anders geht. Er ist der Meinung, dass es erst den Reiz des Journalismus ausmacht, etwas Echtes zu erzeugen. Offen dafür zu sein, dass auch mal was schief gehen kann. „Genau das wollen die Leute sehen“. Sie seien gelangweilt von den perfekten und geschönten Storys, in denen es immer ein Happy End gibt. „Wir zeigen die Welt, wie sie ist“, erzählt Vicari, der glaubt, dass es im Journalismus eine große Angst vor Fehlern gibt. Dadurch würden ausschließlich die Geschichten erzählt werden, in denen nichts schief geht. Jene, in denen der Reporter mal nicht so viel Glück hatte, landen im Papierkorb. Ist es nicht aber viel Glaubwürdiger eine Kuhgeburt live auf Facebook zu übertragen, ohne zu wissen, ob sie gut gehen wird, anstatt zehn Kuhgeburten zu filmen und die Schönste für eine Reportage auf ARTE auszuwählen?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mehr Freiräume für Kreativität</h2>



<p>Gerade der Aspekt der Unberechenbarkeit in Kombination mit den neuen Technologien bringt neuen Wind in die Berufswelt des Journalismus. Die Angst, dass künstliche Intelligenz den Journalisten in Zukunft verdrängen könnte, sei nach Vicari vollkommen ungerechtfertigt. Er sieht sie stattdessen als sehr großen Gewinn an, um den Journalismus origineller, witziger und unterhaltsamer zu machen. Künstliche Intelligenz bietet dem Journalisten die Möglichkeit, mehr Freiräume für die eigene Kreativität zu gewinnen, indem eintönige Aufgaben an sie abgetreten werden. </p>



<p>Laut Vicari merkt man gerade im Sensorjournalismus, dass es trotzdem viele Journalistinnen und Journalisten braucht. Plötzlich treten ganz andere „Journalisten-Erzähl-Fragen“ in den Vordergrund. Es gehe darum, sich neue Formate auszudenken und umzusetzen. Die Frage, wie der Rezipient die Nachrichtenmeldung erhalten möchte – will er sie unter der Dusche haben? In welcher Form möchte er sie unter der Dusche haben? Will er sie vielleicht doch lieber am Frühstückstisch haben oder sogar aus der Kaffeetasse? Um diese Frage, welche Ausspielkanäle es in Zukunft geben soll, zu klären, brauche es Journalisten. Was die vernetzte Welt nicht mehr brauchen werde, sind Google-Journalisten. Es sei überflüssig, in die Zeitung zu schreiben, was sie „ergooglet“ haben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Tausche Laptop gegen CNC-Fräße</h2>



<p>Vor allem im Sensorjournalismus gibt es ganz andere Berufszweige zu entdecken. Statt an dem gewohnten Laptop oder Telefon finde man sich plötzlich als Maschinenführer vor einer CNC-Fräse wieder. In der Werkstatt baut Vicari gelegentlich Gehäuse für seine Sensoren. Programmieren will neben Löten auch gekonnt sein, um sich die geeigneten Textroboter und Messgeräte zusammenzubauen. </p>



<p>Nun besteht die Schwierigkeit darin, aus der Fülle der Daten eine spannende Story zu schaffen. Eine Liveübertragung von Daten ist ja schließlich noch kein Journalismus. Vicaris Angaben zufolge sei es deutlich schwieriger, eine Dramaturgie aufzubauen. Es erfordere mehr journalistische Kenntnisse als vorher und es mache den Beruf schwieriger. Im Vorfeld gilt es zu klären, was alles passieren kann, wenn beispielsweise über das Leben der drei Milchkühe berichtet werden soll. Es stellen sich also folgende Fragen: Was kann alles passieren? Wie bleiben die Leute 30 Tage lang dran? Was ist, wenn der Kuh etwas passiert und sie tot umfällt? Oder sich die Geburt des Kalbes verzögert? Dadurch könne unerwartet ein Bedarf an mehr Berichterstattung auftreten oder es müssen Lücken gefüllt werden. </p>



<p>Im Großen und Ganzen steckt hinter dieser neuen Art des Journalismus ein deutlich höherer organisatorischer Aufwand. Durch die Echtzeitberichterstattung könne nicht mehr so geplant werden wie bisher und auch das Zurechtschneiden ist nicht mehr möglich. Es muss sich also genau überlegt werden, was passieren kann. Um diesem Aufwand gerecht zu werden, brauche es die Tatkraft vieler Journalisten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Voice statt Print</h2>



<p>Vernetzte Spielzeuge, sprechende Spiegel und Möbel oder gar Nachrichten auf der Dunstabzugshaube – laut Vicari ist das die Zukunft des Journalismus, der sich mit der Umsetzung der verschiedenen Ausspielkanäle beschäftigt. Er glaubt, dass Print auf Papier nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Die Zahl der Leser, die noch eine 20.000-Zeichen Reportage in einer Zeitschrift lesen, gehe zurück, so der 38-Jährige. Ebenso ist das Lesen langer Artikel auf kleinen Bildschirmen wie die eines Smartphones nicht zukunftsträchtig. Aus diesen Gründen erfahre Voice eine immer größere Bedeutung. Das sehe man auch vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Menschen steigt, die sich 20 Stunden einer neuen Netflix-Serie verschreiben. </p>



<p>Im Grunde genommen gehört das auch zum Geschichten erzählen, allerdings auf eine andere Art. Vicari möchte damit sagen, dass sich der Journalismus diese Mechanismen und Veränderungen in der Gesellschaft zunutze machen muss. Der Konsum von Nachrichtenmeldungen wird zukünftig bequemer und ermöglicht eine Ausspielung an den vom Rezipienten gewünschten Orten. Vicari entgegnete jedoch damit, dass es noch viele Situationen geben wird, in denen Textinformationen nötig sind. Bei der laufenden Dunstabzugshaube sind beispielsweise Nachrichten in Textform die bessere Wahl, da der Rezipient bei dem Lärm nichts hören würde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">„Vollkommene Fehlerfreiheit“ für Inhalte</h2>



<p>Während Vicari gar euphorisch in die Zukunft des Journalismus blickt, so spricht sich auch <a href="https://www.welt.de/autor/norbert-lossau/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Norbert Lossau</a> in seiner <a href="https://www.kas.de/documents/252038/3346186/Wie+künstliche+Intelligenz+die+Medien+verändert.pdf/442f9873-a792-8e4d-cff3-3f2c5e59c9bb?version=1.0&amp;t=1543223168579" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Analyse</a> positiv für die Implementierung der KI in den Redaktionen aus. Der 60-Jährige ist Wissenschaftsjournalist und Autor bei „Die Welt“ und sieht durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz weitere Transformationen für die Medien voraus. Vor dem Hintergrund der heutigen Schnelllebigkeit könne die künstliche Intelligenz die Arbeitsabläufe in den Redaktionen beschleunigen, indem sie die Print- und Onlineprodukte auf Fehler überprüft. Das spart nicht nur Zeit, sondern könnte eine „vollkommene Fehlerfreiheit“ für Inhalte gewährleisten, bei denen es auf schnelle Veröffentlichung ankommt. Denn gerade im Online-Journalismus stehe man im Wettkampf um die Zeit häufig vor der Entscheidung die Meldung entweder ohne Korrekturlesen zu veröffentlichen oder dreißig Minuten später, aber dafür fehlerfrei. KI kann also klarer Konkurrenzvorteil sein. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Bessere Qualität durch Rückkopplung?</h2>



<p>Mit steigender Leistungsfähigkeit werden Maschinen zudem Beiträge teilweise oder komplett produzieren können. Lossau sagt zwar auch, dass damit weniger Bedarf an Angestellten einhergeht, doch öffne das wieder Türen zu anderen Tätigkeitsfeldern. Vicaris These, dass Medieninhalte künftig immer mehr gesprochen als geschrieben werden, kann Lossau nur bestätigen. Mit Hilfe neuer Audio-Technologien, wie sie Vicari beispielsweise in eine sprechende Kaffeetasse eingebaut hat, werden neue Formen der Mediennutzung ermöglicht. </p>



<p>Des Weiteren ließe sich die Qualität journalistischer Produkte durch Rückkopplung verbessern, so Lossau. Auch hier ist Vicari bereits am Experimentieren. Er könnte sich vorstellen Alexa nicht nur als Ausgabegerät, sondern auch als Befragungstool zu nutzen, um herauszufinden, was die Rezipienten denken. Das würde eine aktive Einbeziehung der Rezipienten bewirken sowie dazu verhelfen, Inhalte und Werbung maßgeschneidert anzubieten. Vicari und Lossau sind sich darin einig – die neuen Technologien eröffnen den Medien viele neue Chancen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Es wird Zeit die Scheuklappen abzusetzen</h2>



<p>Im Großen und Ganzen steht dem Journalismus ein Wandel der Formate bevor. Diese müssen auf die künstliche Intelligenz angepasst werden. Es wird nicht ausreichen beispielsweise die Tagesschau lediglich von Alexa vorlesen zu lassen. Die großen Unternehmen wie Apple, Google und Amazon sind damit schon voraus. Sie beherrschen die Inhalte und entwickeln die verschiedenen Varianten der Smartspeaker weiter. Sie könnten zusätzlich Druck auf die Medienunternehmen ausüben, indem sie eigene Inhalte produzieren, währenddessen die Redaktionen der Technologie hinterherhinken. </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-right is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Es funktioniert nicht mehr nach dem Motto &#8217;nehmt und lest&#8217;“</p><cite>Jakob Vicari</cite></blockquote>



<p>Wie Vicari betont müsse man vom hohen Ross des Journalismus absteigen. Es funktioniere nicht mehr nach dem Motto „nehmt und lest“, sondern das journalistische Angebot müsse so aufbereitet werden, dass es jeden erreicht. Dafür benötigt es viele kreative Köpfe, um die KIs an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen und diese Systeme füttern. Dadurch wird die Rolle des Journalisten in Zukunft wohl nicht an Bedeutung verlieren. Ganz im Gegenteil, die Entwicklung der neuen Technologien geht mit einer Verschiebung des Tätigkeitsfeld einher. Etwas Kreatives und Einzigartiges zu schaffen, wird nach wie vor die Aufgabe eines Journalisten sein. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Verbesserte Personalisierung</h2>



<p>KIs bedeuten folglich nicht den Journalisten zu ersetzen, sondern sie bieten die Möglichkeit Journalismus spannender und origineller zu gestalten. Sie ermöglichen es, Geschichten aus ganz anderen Blickwinkeln zu erzählen. Die Inhalte können zudem so personalisiert werden, dass jeder Zugriff darauf hat. Das bedeutet, dass es eine Version für Senioren geben wird, eine Version für Kinder oder körperlich und geistig behinderte Menschen, sowie übersetzte Versionen für ausländischen Menschen. Eine hochentwickelte künstliche Intelligenz bietet schon heute eine präzise Online-Übersetzung in Echtzeit. </p>



<p>Laut Lossau ermöglicht künstliche Intelligenz die Globalisierung des Journalismus. Darüber hinaus steigern sie die Qualität der redaktionellen Produkte, da sie mögliche Fehler in der Berichterstattung beseitigen können. Trotz der vielen Vorteile, die künstliche Intelligenz mit sich bringt, stellt sich die Frage, ob die maschinell erstellten Inhalte und die Verwendung von Chatbots, Textrobotern, Sensoren sowie Sprachrobotern nicht eher eine Entfernung des Rezipienten herbeiführen. Menschliche Interaktionen würden folglich abnehmen. Vicari hat allerdings gegenteiliges festgestellt: „Die Nutzer nehmen das einfach an. Sie interessiert es nicht, mit welcher Technologie es passiert, sondern sie finden es toll, dass sie gezielte Antworten bekommen und Gespräche führen können.“ Die mitgelieferten Daten der Sensoren könnten das Vertrauen in den Journalismus wieder steigern. Laut Vicari wissen es die Rezipienten sehr zu schätzen, praktisch live dabei zu sein und die Daten überprüfen zu können.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/wie-kuenstliche-intelligenz-den-journalismus-veraendern-wird/">Wie künstliche Intelligenz den Journalismus verändern wird</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://futurecommunication.de/wie-kuenstliche-intelligenz-den-journalismus-veraendern-wird/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
