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	<title>Informationsflut Archive - Future Communication</title>
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	<description>Zukunft der Technikkommunikation</description>
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	<title>Informationsflut Archive - Future Communication</title>
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		<title>Interessant ist, was unterhält &#8211; Infotainment und Newsgames als Zukunft des Journalismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Sep 2020 07:43:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Henry Lai]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unser Mediennutzungsverhalten verändert sich und damit auch die Anforderungen an den Journalismus. Die Schnelllebigkeit und Allgegenwärtigkeit des Internets macht Aufmerksamkeit zum kostbaren Gut, weswegen neue Formate gefordert sind, die die Aufmerksamkeit wieder binden. Im Interview mit Henry Lai vom Bayerischen Rundfunk geht es um die Probleme, denen sich der Journalismus derzeit gegenübersteht und um Infotainment, die Verschmelzung von Unterhaltung und Information, als mögliche Antwort.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/interessant-ist-was-unterhalt-infotainment-und-newsgames-als-zukunft-des-journalismus/">Interessant ist, was unterhält &#8211; Infotainment und Newsgames als Zukunft des Journalismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong>Die Schnelllebigkeit des Internets macht Aufmerksamkeit zum kostbaren Gut. Das stellt neue Anforderungen an journalistische Formate. Im Interview spricht Henry Lai vom Bayerischen Rundfunk über die aktuellen Probleme des Journalismus und über Infotainment als mögliche Antwort.</strong></p>



<span id="more-99"></span>



<p class="has-text-align-right"><em>Ein Gastbeitrag von Sabrina Huf</em></p>



<p><em>Die Digitalisierung hat die Medienwelt verändert. Hat das dieselben Auswirkungen auf die öffentlichrechtlichen Medien, wie auf private Medien?</em> </p>



<p><strong>Lai:</strong> Ja natürlich. Sowohl die öffentlich-rechtlichen Medien als auch die privaten Medien bedienen das gleiche Publikum. Wenn man von Zuschauergruppen und Demographien absieht, versuchen wir jeden zu erreichen. Die Digitalisierung betrifft auch jeden, weshalb wir auch im selben Maße betroffen sind.</p>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignright size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-1024x683.jpg" alt="Henry Lai entwickelt Webspecials und Newsgames." class="wp-image-102" width="316" height="211" srcset="https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-1024x683.jpg 1024w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-300x200.jpg 300w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-768x512.jpg 768w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-1536x1025.jpg 1536w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-2048x1366.jpg 2048w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-1570x1047.jpg 1570w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-1000x667.jpg 1000w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-24x16.jpg 24w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-36x24.jpg 36w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-48x32.jpg 48w" sizes="(max-width: 316px) 100vw, 316px" /><figcaption>Henry Lai arbeitet seit acht Jahren beim BR und hat sich durch die Entwicklung von Webspecials und Newsgames einen Namen gemacht. (Foto: Sabrina Huf)</figcaption></figure></div>



<p><em>Sind die Öffentlich-Rechtlichen für die Finanzierungsschwierigkeiten der Privaten verantwortlich?</em><br /><strong>Lai:</strong> Nein, das glaube ich nicht. Das würde implizieren, dass die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit der Finanzierung der Privaten zusammenhängt. Das sind zwei völlig unterschiedliche Systeme. Was auch so gewollt ist.</p>



<p><em>Wenn allerdings der öffentlich-rechtliche Rundfunk qualitativ hochwertigen Journalismus online kostenlos zur Verfügung stellt, wer zahlt dann noch Geld für das Angebot der Privaten? </em></p>



<p><strong>Lai:</strong> Ein mündiger Bürger sollte sich nicht nur bei einem Medium informieren, sondern sollte sich mehr Informationsquellen holen &#8211; gerne auch bei den Privaten &#8211; um sich ein ausgewogenes pluralistisches Bild zu machen. Nichtsdestotrotz sind wir natürlich Konkurrenten, aber das waren wir auch vor der Digitalisierung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ungenutze Möglichkeiten</h2>



<p><em>Wie muss sich der Journalismus in Zeiten der Digitalisierung verändern, um trotzdem noch die Aufmerksamkeit der Leser zu binden?</em> </p>



<p><strong>Lai:</strong> Ich glaube der Journalismus, sowohl die Öffentlich-Rechtlichen als auch die Privaten, müssen sich mehr auf die Digitalisierung einlassen. In den ersten Jahren der Digitalisierung wurde oft versucht, analoge Formate, die man schon vorher hatte, einfach nur ins Internet zu stellen. Aber die Digitalisierung bietet noch mehr Möglichkeiten. Nur um das Thema Newsgames zu erwähnen. Oder auch die direkte Interaktion mit dem Publikum, wie man sie auf Social-Media-Plattformen machen kann. Das alles schwingt in der Digitalisierung mit und wird glaube ich noch nicht in vollem Maße ausgenutzt. Auch die Art und Weise, wie wir uns als Journalisten verstehen. Früher hat der Journalist den Leuten etwas erzählt und jetzt ist es vielleicht eine andere Art von Kommunikation, die wir betreiben müssen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aufmerksamkeit durch Infotainment</h2>



<p><em>Infotainment ist eine andere Art der Kommunikation. Denkst du, dass die Verschmelzung von Information und Unterhaltung eine Möglichkeit ist, um wieder mehr Aufmerksamkeit zu generieren?</em> </p>



<p><strong>Lai:</strong> Ja, ich denke schon. Die Betonung liegt hier auch wieder darauf, dass es eine Möglichkeit ist. Es ist nicht die Möglichkeit, die alle Probleme lösen wird. Aber es ist eine Methode, um das Publikum unterhaltend an Informationen heranzuführen. Beispielsweise gibt es Angebote, die das Publikum auf Missstände hinweisen oder Missverständnisse aufdecken. Da haben wir unterhaltende Formate, die aber auch lehrreich sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Humor bei komplexen Themen</h2>



<p><em>Was hältst du von Angeboten, die Informationen humoristisch aufbereiten? Also Satire-Angebote wie die Anstalt, oder auch englische Angebote wie LastWeek-Tonight?</em> </p>



<p><strong>Lai:</strong> Diese Formate, wie Last Week Tonight oder das Neo Magazin Royale, erfreuen sich riesiger Beliebtheit. Sie greifen auch Themen auf, besonders John Oliver, die, wenn man sie in einem normalen Nachrichten Format verpacken würde, zu komplex und fad wären. Viele Menschen würden sich mit den Themen nicht befassen wollen. Mit Hilfe des Humors kann man diese Themen einer breiteren Masse nahebringen. Ich finde das gut.</p>



<hr class="wp-block-separator is-style-wide"/>



<p class="has-text-align-center">Artikel zum Thema: <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="Von Spiel und Spaß im Journalismus" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Infotainment: Von Spiel und Spaß im Journalismus</a></p>



<hr class="wp-block-separator is-style-wide"/>



<p><em>Für jemanden der sich nicht für Politik interessiert, kann es schwer sein den Humor von der Nachricht zu unterscheiden. Ist es daher nicht auch gefährlich die beiden so stark zu verschmelzen?</em> </p>



<p><strong>Lai:</strong> Bezogen auf John Oliver, dessen Format ich besser kenne, sehe ich die Gefahr nicht. Was eine Satire ausmacht oder was auch einen Witz ausmacht, ist die Übertreibung. John Oliver übertreibt in seinen Stücken die Sachen, die ganz offensichtlich ein Witz sind, so stark, dass ich nicht glaube, dass ein normal denkender Bürger je seine Witze mit der Realität verwechseln könnte. Und ich habe auch die naive Hoffnung, dass jemand, der sich für die in Last Week Tonight angesprochenen Themen interessiert, die Themen auch nachlesen und nachprüfen wird. John Oliver bezieht sich in seinen Stücken immer auf die Berichterstattung von etablierten Medienhäusern, er kuratiert die Berichterstattung aus Zeitung und Fernsehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zweiklassengesellschaft bei Satire?</h2>



<p><em>Ein anderes Problem, dass Formate wie die Anstalt haben, ist, dass es eine gewisse politische Vorbildung braucht, um sie zu verstehen. John Oliver im Gegenzug bereitet Themen von Grund auf. Ist das nicht kritisch, weil dadurch eine Zweiklassengesellschaft geschaffen wird?</em> </p>



<p><strong>Lai:</strong> Gebildete Menschen können sich weiterbilden und darüber lachen, während Menschen aus den unteren Bildungsschichten außen vor gelassen werden. Naja, das ist ja nicht das Problem des Formats. In einer idealen Welt würde sich jeder soweit auskennen, dass er mitlachen kann. Von daher ist das Format aus meiner Sicht fein raus. Wir müssten uns eher darüber Gedanken machen, warum so eine Situation entstehen kann, warum sie entstanden ist. Warum gibt es Menschen, die sich nicht für Politik interessieren? Da müssten wir ansetzten und fragen, wie wir Politik für diese Menschen interessant machen könnten. Oder warum ist Politik für diese Menschen uninteressant? Das ist eine Frage, der nachgegangen werden muss.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-2-1024x683.jpg" alt="Henry Lai sieht Potential in Newsgames für den Journalismus" class="wp-image-103" width="392" height="260" srcset="https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-2-1024x683.jpg 1024w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-2-300x200.jpg 300w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-2-768x512.jpg 768w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-2-2048x1366.jpg 2048w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-2-1570x1047.jpg 1570w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-2-1000x667.jpg 1000w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-2-24x16.jpg 24w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-2-36x24.jpg 36w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/04/Huf-Interview-Bebilderung-2-48x32.jpg 48w" sizes="(max-width: 392px) 100vw, 392px" /><figcaption>Henry Lai sieht Potential in Newsgames für den Journalismus. (Foto: Sabrina Huf)</figcaption></figure></div>



<p><em>Ist es nicht auch bei technischen Themen so, dass sie nicht gut genug an die Menschen herangetragen werden?</em> </p>



<p><strong>Lai:</strong> Sei es der Klimawandel, die Digitalisierung oder Industrie 4.0, bei denen vielen das Verständnis fehlt. Ja, das stimmt. Allerdings muss man sagen, dass die Welt immer komplexer wird. Aber man kann auch komplexe Gegebenheiten einfach erklären, wenn man sich die Mühe gibt. Gerade bei technischen Themen. Wenn man nur mal in den Bereich IT-Sicherheit reingeht, gibt es so viele interessante, wichtige und auch erschreckende Dinge, die die Menschen nicht wissen beziehungsweise, die sie nicht verstehen, die man mal erklären müsste.</p>



<p><em>Wird Technik von den klassischen Medien stiefmütterlich behandelt?</em></p>



<p><strong>Lai:</strong> Journalisten sind auch nur Menschen. Es gibt Journalisten, die sich in diesem Bereich spezialisieren. Die kennen sich aus und können das auch erklären. Man kann nur etwas erklären, wenn man es auch selber verstanden hat. Viele andere Journalisten sind vielleicht ebenfalls überfordert mit den technischen Neuerungen, die fast schon täglich auf uns einprasseln. Und ich kann mir vorstellen, dass es dann zu Missverständnissen kommt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Newsgames &#8211; bisher erfolglos?</h2>



<p><em>Du hast vorhin Newsgames erwähnt, als eine Möglichkeit, um der Digitalisierung zu begegnen. Was genau sind Newsgames?</em> </p>



<p><strong>Lai:</strong> Newsgames sind Spiele, die mit Hilfe ihrer Spielmechanik eine Geschichte erzählen, die journalistisch aufgearbeitet wurde. Mit Geschichte ist dabei nicht die Storyline der Charaktere gemeint. Sondern, dass der Spieler ein System, einen Zusammenhang begreift, in dem der Spieler ihn nachspielt. Dadurch, dass der Spieler seine persönlichen Erfahrungen aus dem Spiel mit den Geschehnissen, die das Spiel darstellt, verknüpfen kann, bleibt der Zusammenhang besser in seinem Gedächtnis haften.</p>



<p><em>Warum gibt es keine erfolgreichen Newsgames?</em></p>



<p><strong>Lai:</strong> Es gibt durchaus erfolgreiche Newsgames – es sind nur sehr wenige. Ein sehr erfolgreiches Newsgame ist beispielsweise Endgame: &#8222;Syria&#8220;, ein Spiel aus Großbritannien von GameTheNews. Die konnten das sogar vermarkten und offiziell verkaufen. Man kann sich darüber streiten, ob das Indiegame &#8222;Papers, Please&#8220; ein Newsgame ist. Es finden sich Beispiele, die sich mit dieser Art des Erzählens auseinandersetzen, die auch kommerziell erfolgreich waren. Was das Genre der Newsgames angeht, würde ich dir recht geben, dass sie nicht so bekannt sind. Das liegt daran, dass sie sehr aufwendig zu produzieren sind. Zumindest hierzulande sind nur wenige Medienhäuser Willens und in der Lage diese Art von Produktionskosten zu stemmen.</p>



<p><em>Wenn ein Newsgame eine Geschichte faktisch richtig erzählt und so die Hintergrundinformationen vermittelt, sind dann auch kommerzielle Spiele, die wahre Begebenheiten widerspiegeln, Newsgames?</em> </p>



<p><strong>Lai:</strong> Nein. Ein Newsgame zeichnet sich dadurch aus, dass die Hintergründe journalistisch aufgearbeitet sind. Im banalsten Fall ist ein Journalist bei der Entwicklung, beim Gamedesign mit dabei. Zudem sind kommerzielle Spiele wie &#8222;Call of Duty&#8220; oder &#8222;FIFA&#8220; dazu da, um Spaß zu machen und den Entwicklern Geld zu bringen. Ein Newsgame sollte in erster Linie dazu da sein, seine Geschichte zu vermitteln und der Spielspaß sollte erst an zweiter Stelle kommen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Keine langweiligen Spiele</h2>



<p><em>Ist das nicht genau das Problem, weswegen Newsgames bis auf wenige Ausnahmen nicht erfolgreich sind? Dass sie den Spaßfaktor oder die Unterhaltung zu weit unten ansetzen?</em> </p>



<p><strong>Lai:</strong> Das liegt, wie gesagt, auch daran, dass sich viele Medienhäuser keine Newsgames leisten können. Dadurch kann man in diesem Bereich nicht viel experimentieren und ausprobieren. Wenn man sich festlegt, ein Newsgame zu machen, dann ist man Monate, Jahre damit beschäftigt, wobei das Ergebnis unsicher ist. Deswegen wagen so viele diesen Schritt nicht. Erst wenn man sich daran herantastet, kann man auf ein Spiel kommen, das sowohl journalistisch korrekt und spannend ist, aber auch Spaß macht zu spielen. Das Format Newsgames ist nicht gleich ein langweiliges Spiel. Wir hatten bis jetzt nur noch keine Tripel-A Produktion.</p>



<p><em>Wenn Geld keine Rolle spielen würde und du zu einem beliebigen Thema ein Newsgame machen könntest, was würdest du wählen?</em> </p>



<p><strong>Lai:</strong> Ich glaube ich würde das Thema Bahnfahren und Verspätungen nehmen. Das wäre dann ein Strategiespiel, bei dem der Spieler dafür sorgen müsste, dass kein Zug zu spät kommt.</p>
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		<title>Listening Center: Ein Rettungsboot in der Informationsflut?</title>
		<link>https://futurecommunication.de/listening-center-ein-rettungsboot-in-der-informationsflut/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Aug 2020 08:41:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Informationsflut]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Digitalisierung erzeugt Unmengen an Informationen. Ein Technikjournalist muss sich in den vielfältigen Kanälen zurechtfinden. Die Algorithmen des Listening Centers können die relevanten Informationen im tiefen Meer der sozialen Medien aufspüren.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/listening-center-ein-rettungsboot-in-der-informationsflut/">Listening Center: Ein Rettungsboot in der Informationsflut?</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
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<p><strong>Die Digitalisierung erzeugt Unmengen an Informationen. Ein Technikjournalist muss sich in den vielfältigen Kanälen zurechtfinden. Die Algorithmen des Listening Centers können die relevanten Informationen im tiefen Meer der sozialen Medien aufspüren.</strong></p>



<span id="more-114"></span>



<p class="has-text-align-right"><em>Ein Gastbeitrag von Lena Kiefhaber</em></p>



<p>Die Digitalisierung führt zu einer Mediatisierung der Gesellschaft. Dies stellten unteranderem Leif Kramp und Stephan Weichert im <a href="http://journalistikon.de/category/digitaler-journalismus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jounalistikon</a> fest. Die Technik hat einen weitgreifenden Einfluss auf die Gesellschaft. Der <a href="https://www.wissenschaft-im-dialog.de/fileadmin/user_upload/Ueber_uns/Gut_Siggen/Dokumente/Siggener_Impulse_2018_Chefsache_Wissenschaftskommunikation_final.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Siggener Kreis</a> stellte 2018 fest: Nur wenn über und mit Technik und Wissenschaft gesprochen wird, ist eine Demokratie möglich. Doch mit dem Sprechen über Technik allein erfüllt ein Technikjournalist noch nicht seine Aufgabe.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Smart-Home-WG für mehr Sicherheitsbewusstsein</h2>



<p>Die Bevölkerung muss abgeholt werden und die Themen müssen verständlich aufbereitet sein. Dies gelang 2019 der sogenannten Smart-Home-WG, in der Journalisten unter anderem die Sicherheitslücken von Smart Home-Anwendungen aufdeckten. Sie gewannen mit ihrem Selbstexperiment den <a href="https://www.acatech.de/allgemein/journalistenpreis-punkt-2019-geht-an/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">PUNKT3-Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie, der von der deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) verliehen wird</a>. Die Jury lobte „die intelligente, unterhaltsame und zugleich kritische Aufbereitung für eine junge Zielgruppe. Vorbildlich sei die crossmediale und interaktive Aufbereitung, die Instagram und YouTube nutzt und verknüpft.“ Mit einem Budget von 350 Euro wurde aus einer News-WG eine Smart-Home-WG. Während der Verwandlung wurden mit Hackerangriffen Sicherheitslücken aufgespürt. So wurde das Thema Cybersicherheit den Rezipienten auf den verschiedenen Kanälen nähergebracht.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p>„Medien müssen ihre Nutzer verstehen lernen“</p><cite>Ayad Al-Ani</cite></blockquote>



<p>Die Digitalisierung hat einen enormen Einfluss auf den Journalismus. Neue Quellen, Darstellungsformen und Themen tauchen auf.  „Die Digitalisierung verändert Politik, Gesellschaft und Journalismus: Leser wollen Informationen, um selbst zu entscheiden. Medien müssen ihre Nutzer verstehen lernen“, fasst <a href="https://www.zeit.de/karriere/beruf/2016-01/journalismus-zukunft-digitalisierung-rolle-journalisten" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ayad Al-Ani als Gastautor von ZEIT ONLINE</a> die Wirkung der Digitalisierung auf den Journalismus zusammen.</p>



<p>In einen der zahlreichen Kommentare unter dem Artikel fordert ein User etwa: „Der Journalismus muss sich nicht in einer Reihe von Google und Co einsortieren und seinen Leser besonders gut kennen (…). Der Journalismus sollte unbedingt lernen, dass die Grundaufgaben erfüllt sein müssen, bevor man größer wird. Die Grundaufgabe des Journalismus ist es, zu informieren. Informieren bedeutet Objektivität. Nach dieser Aufgabe kommt die Zweite: Das Zusammenfügen von Informationen. Also den Zusammenhang von verschiedenen Informationen zu verarbeiten und zu erklären. (…)“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Twitternde Bienen</h2>



<p>In einer Welt, in der Firmen ihre Marken zu Sendern verwandeln, strömen auf die Menschen immer mehr Informationen ein. Nicht nur die Rezipienten, auch die Journalisten trifft die Informationsflut. Der technologische Transformationsprozess führt Björn Staschen und Kramo zufolge zu fünf übergreifenden Trends im Journalismus: Konnektivität, Omnipräsenz, Differenzierung, Beschleunigung und Datafizierung.</p>



<p>Dies zeigt sich in Entwicklungen wie dem JoT (Journalism of Things), welcher sich vom Begriff des Internet of Things ableiten lässt. Darin werden Gegenstände mit Sensoren ausgestattet und mit dem Internet verbunden. Für den Journalismus bietet diese neuartige Konnektivität die Möglichkeit, zum Beispiel <a href="https://bienenlive.wdr.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bienenköniginnen twittern</a> zu lassen. Das realisierten verschiedenen Sensoren, die im Bienenstock angebracht worden waren. </p>



<p>Der Technikjournalismus sieht sich also vielen Veränderungen gegenüber. Das userzentrierte Web 2.0 bietet zudem jedem die Möglichkeit, seine Meinung zu äußern. Journalisten können den Nutzer also kennen lernen? Liest man die Kommentare der einschlägigen News-Seiten, so kann man dies zumindest bei jenen Nutzern beobachten, die sich auch zu Wort melden. Als Journalist hat man jedoch nicht die Möglichkeiten, Zeit und Ressourcen, um alle Kommentare zu lesen. Die Rheinische Post hat deshalb in Zusammenarbeit mit der Firma Convidera eine technische Lösung für dieses Problem entwickelt: Das Listening Center.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Thema-Scanning: Kommentare im Netz</h2>



<p>„Das Listening Center hilft dabei, Relevantes und Aktuelles vom Rest der schnell wachsenden digitalen Beiträge zu trennen, auszuwerten und darauf reagieren zu können“, so Michael Buck, CEO bei Convidera. Mit der Anwendung wird das Themen-Scanning im Netz möglich, systematisiert und professionalisiert.</p>



<p>Dies bietet den Journalisten die Möglichkeit, aus ihrer eigenen Filterblase auszubrechen, Bereiche umfassender abzudecken und Zielgruppen genauer kennen zu lernen. „Es gibt einem die Möglichkeit, das ganze Netz nach interessanten Themen zu durchkämmen“, erklärt <a aria-label="undefined (opens in a new tab)" href="https://futurecommunication.de/listening-center-und-technikberichterstattung:-hinweise-aus-der-welt-der-prosumer/ (öffnet in neuem Tab)" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hannah Monderkamp, Chefin vom Dienst bei der Rheinischen Post, im Interview</a>. Mittels komplexer Algorithmen durchsucht die Anwendung das Netz nach zuvor eingestellten Keywords und liefert so eine Echtzeitübersicht zu den entsprechenden Themenfeldern. In der Technikberichterstattung wird es bisher noch nicht eingesetzt. Gerade die Weiterentwicklung des Tools hin zur automatisierten Trenderkennung würde den Alltag der Technikjournalisten jedoch stark erleichtern.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Chancen, aber auch Risiken</h2>



<p>Neben den Chancen eines Listening Centers gibt es auch Risiken, welche besonders bei der Technikberichterstattung relevant sein können. „Man muss noch mal genau schauen, was wirklich der Trend ist und was nur von Unternehmen getrieben ist. Gerade im Bereich der Technik ist dies schwierig, da es häufig nur eine Quelle gibt“, so Monderkamp. Sie ist sich jedoch sicher, dass das Tool eine Bereicherung für die Technikberichterstattung wäre. Auch Google hat das hohe Innovationspotenzial für den Einsatz in journalistischen Abläufen erkannt und unterstützt das Projekt im Rahmen der Google News Initiative. Das Listening Center ersetzt keine Recherche, sondern liefert nur Hinweise. Nachrecherchieren muss der Journalist dann immer noch selbst. „Die Zahlen sind zwar wichtig, sie sollten aber nicht das einzige Kriterium sein“, meint Monderkamp.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/listening-center-ein-rettungsboot-in-der-informationsflut/">Listening Center: Ein Rettungsboot in der Informationsflut?</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
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