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	<title>Fachverlage Archive - Future Communication</title>
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		<title>Gisela Strnad: &#8222;Wir verpacken Content in eine andere Form&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2020 11:51:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Gisela Strnad ist Leiterin von Heise Events. Im Interview verrät sie, welche Intention seitens der Verlage hinter Fachmedien-Events steckt und ob diese eine Antwort auf die Zukunft des Journalismus sein können. Ein Gastbeitrag von Maria Schwarz Seit wann gibt es Heise Events? Strnad: Die Events werden seit zehn Jahren angeboten. Insgesamt gibt es Heise seit [&#8230;]</p>
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<p><strong>Gisela Strnad ist Leiterin von Heise Events. Im Interview verrät sie, welche Intention seitens der Verlage hinter Fachmedien-Events steckt und ob diese eine Antwort auf die Zukunft des Journalismus sein können.</strong></p>



<span id="more-559"></span>



<p class="has-text-align-right"><em>Ein Gastbeitrag von Maria Schwarz</em></p>



<p><em>Seit wann gibt es Heise Events? </em></p>



<p><strong>Strnad:</strong> Die Events werden seit zehn Jahren angeboten. Insgesamt gibt es Heise seit 12-13 Jahren. Und dass wir es als eigene Marke machen, ist seit 2015. </p>



<p><em>Warum hat man sich zu dem Schritt entschieden das Konzept als eigene Marke zu etablieren? </em></p>



<p><strong>Strnad:</strong> Heise Events ist nicht outgesourced, wir sind ein Markenbereich, wie CT IX. Unsere Zeitschriftenmarken haben jetzt eben auch die Marke Heise Events, einfach aus dem Grund, dass wir einmal Veranstaltungen für unsere In-Haus Marken, sprich CT und IX usw., machen, die dann auch unter jener Marke laufen. In dem Moment agieren wir wie eine Agentur für unsere internen Marken, wir gehen aber auch raus und machen Veranstaltungen unter der Marke Heise Events. Oder wir agieren auch als Agentur Heise Events, wiederum mit externen Kunden, zum Beispiel Verbänden. Das hat man deshalb gemacht, um alle Möglichkeiten der Zusammenarbeit sicherzustellen. Wir sind ein eigenes Business Center dadurch geworden und deshalb auch der eigenen Markenname. Wie die CT ein eigenes Business Center ist, die IX als Zeitschrift ein eigenes Business Center, so agieren wir als Heise Events auch als eigenes Business Center. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Event-Zielgruppe IT-Mitarbeiter</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><em>Kann man eine grobe Zielgruppe für die Veranstaltungen festmachen? </em></p>



<p><strong>Strnad:</strong> Das kann man hauptsächlich pro Event, weil wir unterschiedliche Event-Formate haben. Aber wenn ich mal schaue, so 90 Prozent unserer Teilnehmer auf den Events sind IT-Mitarbeiter auf allen Ebenen. Also vom Rechenzentrumsleiter, über den Entwickler, den Security-Experten, den Architekten, den Programmierer. Also alle die man in einer IT-Abteilung in einem Unternehmen findet. </p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><strong>Mehr zum Thema:</strong> <a href="https://futurecommunication.de/fachmedien-events-nicht-mehr-als-networking-in-nadelstreifen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fachmedien-Events: Nicht mehr als Networking in Nadelstreifen?</a></p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><em>Welchen Backround haben die Vortragenden und Moderatoren der Veranstaltungen?</em> </p>



<p><strong>Strnad:</strong> Sehr unterschiedlich, also wir haben wenige aus unserem Redaktionsumfeld. Es moderieren auch Kollegen aus dem Haus Heise, wir haben aber auch sehr viele Externe. Also wir holen auch sehr viele Externe Sprecher zu unseren Konferenzen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Verpackung für Content</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><em>Sind Events Heises Antwort auf die Zukunft des Journalismus? </em></p>



<p><strong>Strnad:</strong> Unter der Generierung von Content, also ein Journalist generiert ja Content durch einen Artikel, so verpacken wir Content in eine andere Form. Ich würde nicht sagen, es ist die Antwort auf die Zukunft des Journalismus, sondern wir arbeiten eng mit unseren Redakteuren zusammen. Zum Beispiel die nächste Konferenz, die wir haben, ist die CT-Web-Desk. Das ist eine Front-End-Entwickler Konferenz in Köln. Dort arbeiten wir ganz eng mit der CT-Redaktion zusammen, die suchen uns die passenden Referenten auch raus. Da gibt es dann auch einen Redakteur, der sich redaktionell mit dem Thema Front-End-Entwicklung auseinandersetzt. Der ist auch unser Ansprechpartner, mit welchem wir dieses Format entwickeln. Es gibt auch einen Programmbeirat in welchem Redakteure sitzen, die gucken wer sind passende Referenten, die man holen kann. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Sowohl Informationsvermittlung als auch Networking</h2>



<p>Der Ablauf dessen, wie ich eine solche Konferenz von den Inhalten her zusammenstelle, hat auch sehr viel damit zu tun, wie ich eine Zeitung zusammenstelle. Welche guten Autoren hol ich, bei Veranstaltungen heißtes dann nicht Autoren, sondern Referenten. Letztendlich ist eine Veranstaltung ähnlich zu sehen wie, wenn ich ein Sonderheft über Front-End-Entwicklung mache. </p>



<p><em>Geht es bei den Events in erster Linie um Informationsbereitstellung und welche Rolle spielt das Networking dabei? </em></p>



<p><strong>Strnad:</strong> Ja beides. Also warum bezahlt jemand Geld, um auf solch eine Veranstaltung zu gehen, sicherlich um neue Informationen zu bekommen. Das ist immer noch die vorrangige Intention warum ich dort Geld bezahle. Aber Networking ist genauso interessant. Wir setzten mittlerweile Match-Making Plattformen ein, also Apps, bei denen ich mich auch mit den Teilnehmern vernetzten kann, wo ich auch im Nachhinein Kontakte pflegen kann. Und natürlich hab ich auch viel Freiraum bei Kaffepause und Abendveranstaltungen, wo man dann networken kann. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Qualität der Redakteure entscheidend</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><em>Wie kann Fachjournalismus und insbesondere Technikjournalismus relevant bleiben? </em></p>



<p><strong>Strnad:</strong> Indem sie gute Redakteure haben. Ich glaube Fachjournalismus hat immer was mit Qualität zu tun. Also wenn Sie jetzt zum Beispiel unsere CT-Redaktion sehen, sie ist die größte Fachredaktion Europas, was die Anzahl der beschäftigten Redakteure betrifft. Wir haben über 80 festangestellte Redakteure. Das finden Sie glaube ich in Deutschland nicht mehr ganz so oft, vielleicht noch bei der Bild-Zeitung. Da bezweifle ich es auch fast. Ich glaube das ist der Punkt, dass die CT immer noch so einen hohen Abonnentenanteil hat, weil dort Qualitätsjournalismus betrieben wird. </p>



<p>Und das ist auch der Anspruch, den wir haben. Ein anderer Anspruch, der von vielen unserer Wettbewerber vernachlässigt wird: Wir sind absolut Unabhängig, uns kann man nicht kaufen. Weder die Redakteure, noch wir im Eventbereich. Wir machen keine Veranstaltung, bei der wir irgendwelche Dinge an Kunden geben, bei denen man das Gefühl hat, der hat das bei uns gekauft. Also die Unabhängigkeit ist für uns neben der Qualität eins der höchsten Güter. Sowohl im Content der Zeitschriften als  auch bei Heise-Online.<canvas width="1339" height="1894">von den Inhalten her zusammenstelle hat auch sehr viel damit zu tun wie ich eine Zeitung zusammenstelle. Welche guten Autorenhol ich, bei Veranstaltungen heißtes dann nicht Autoren,sondern Referenten. Letztendlich ist eine Veranstaltung ähnlich zu sehen wie,wenn ich ein Sonderheft mache über Front-End-Entwicklung. Geht es bei den Events in erster Linie um Informationsbereitstellung und welche Rolle spielt das Networking dabei? Ja beides, also warum bezahlt jemand Geld,um auf solch eine Veranstaltung zu gehen, sicherlich um neue Informationen zu bekommen, das ist immer nochdie vorrangige Intention warum ich dort Geld bezahle,aber Networking ist genauso interessant. Wir setzten mittlerweileMatch-Making Plattformenein also Apps bei denen ich mich auch mit den Teilnehmern vernetztenkann, wo ich auch im Nachhinein auch Kontakte pflegen kann und natürlich hab ich auch viel Freiraum bei Kaffepause und Abendveranstaltungen wo man dann networken kann. Wie kann Fachjournalismus und insbesondere Technikjournalismus relevant bleiben? Indem sie guten Redakteure haben. Ich glaube Fachjournalismus hat immer was mit Qualität zu tun. Also wenn Sie jetzt zum Beispiel unsere CT-Redaktion sehen, die größte Fachredaktion Europas, was die Anzahl die Beschäftigten Redakteure betrifft also wir haben über 80 festangestellte Redakteure das finden Sie glaube ich in Deutschland nicht mehr ganz so oft vielleicht noch bei der Bildzeitung. Da bezweifle ich es auch fast. Ich glaube das ist der Punkt, dass die CT immer noch so einen hohen Abonnentenanteil hat, weil dort Qualitätsjournalismus betrieben wird und das ist auch der Anspruch,den wir haben. Ein anderer Anspruch,der von vielen unserer Wettbewerber vernachlässigt wird wir sind absolut Unabhängig, uns kann man nicht kaufen. Weder die Redakteure noch wir im Eventbereich. Wir machen keine Veranstaltung wo wir irgendwelche Dinge an Kunden geben wo man das Gefühl hat der hat das bei uns gekauft. Also die Unabhängigkeit ist für uns neben der Qualität eins der höchsten Güter sowohl im Content der Zeitschriften oder auch bei Heise-Online das ist ja das ganz große Medium was wir haben unsere Bereitstellung von Informationen aber auch bei den Events.</canvas></p>
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		<title>Fachmedien-Events: Nicht mehr als Networking in Nadelstreifen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2020 13:58:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Immer mehr Fachverlage bieten ihrer Leserschaft Events an, wie Konferenzen, Seminare und Workshops. Doch bieten diese Veranstaltungen tatsächlichen einen Mehrwert, über das Netzwerken hinaus? Ein Gastbeitrag von Maria Schwarz Mit Sekt und Häppchen dekorierte Stehtisch säumen das lichtdurchflutete Foyer. Ein paar der Nachzügler sind noch auf der energischen Suche nach ihren Namensschildern in den grauen [&#8230;]</p>
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<p><strong>Immer mehr Fachverlage bieten ihrer Leserschaft Events an, wie Konferenzen, Seminare und Workshops. Doch bieten diese Veranstaltungen tatsächlichen einen Mehrwert, über das Netzwerken hinaus?</strong></p>



<p class="has-text-align-right"><em>Ein Gastbeitrag von Maria Schwarz</em></p>



<p>Mit Sekt und Häppchen dekorierte Stehtisch säumen das lichtdurchflutete Foyer. Ein paar der Nachzügler sind noch auf der energischen Suche nach ihren Namensschildern in den grauen Boxen am Empfang. Etwa ein Dutzend versammelt sich schon um die Stehtische und unterhält sich bereits angeregt bei einem Glas Sekt. Dresscode – Business Casual. Es schlägt Punkt 14 Uhr, Zeit um die Plätze im anliegenden Saal aufzusuchen in welchem gleich der erste Vortrag beginnt. Das murmelnde Getümmel verstummt, sobald der Redner in das Micro räuspert und das Publikum zum Fachkongress für B2B-Medien willkommen heißt. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Allrounder sind heiß begehrt</h2>



<p>Die Digitalisierung macht auch vor dem Fachjournalismus keinen Halt. Nicht nur neue Darstellungsformen wie der Podcast oder digitalisierte Recherchetools prägen die Medienlandschaft von heute. Auch Veränderungen im Anforderungsprofil von Nachwuchsjournalisten im Bereich der Fachmedien sind zu beobachten. So zeigt eine <a href="https://www.fachjournalist.de/die-neue-offenheit-der-fachmedien/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Umfrage der Hochschule Würzburg-Schweinfurt und der Verleger-Plattform Deutsche Fachpresse</a>, dass rund die Hälfte der B2B-Verlage nach Allroundern suchen, die sowohl in den Bereichen Print, Online und sozialen Medien ausgebildet sind, aber auch die Rolle des Moderators bei Events bedienen können. </p>



<p>Viele Fachverlage haben das Geschäftsfeld Event für sich entdeckt. „Als Marken für seriösen Qualitätsjournalismus können die Verlage auf ihren Namen setzen, wenn es darum geht, beispielsweise mit Unternehmen oder deren Verbänden und Vertretern der Politik, einen exklusiven Rahmen für die Diskussion wichtiger aktueller wirtschaftlicher und politischer Fragen zu schaffen“, heißt es im Arbeitspapier &#8222;Ausverkauf des Journalismus? Medienverlage und Lobbyorganisationen als Kooperationspartner&#8220; der Otto Brenner Stiftung. Die Kooperation mit Industrieunternehmen in Form von Events bietet sich besonders im Bereich des Technikjournalismus an. Dienen solche Events nur noch dem Networking oder bieten sie tatsächlich einen journalistischen Mehrwert? </p>



<h2 class="wp-block-heading">Verschiedenste Event-Formate für die eigenen Marken</h2>



<p>Auch die Mediengruppe Heise, welche unteranderem Herausgeber des Technikmagazins Technology Review ist, hat im Eventbereich einiges zu bieten. Mit Heise Events will die Heise Medien GmbH &amp; Co. KG <a href="https://www.heise-gruppe.de/heise-medien.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">laut Website </a>durch Konferenzen, Seminare und Workshops ein „gehobenes IT-Fachpublikum“ ansprechen. Inhaltlich behandelt das neue Geschäftsmodell alles rund um Informations- und Digitalisierungsthemen. Heise Events veranstaltet hierbei sowohl Formate eigener Marken, wie zum Beispiel IX, CT, Technology Review und Marke und kooperiert zudem auch mit ITK-Unternehmen. Sie pflegen zudem einen eigenen Newsletter und eine aktive Facebook-Seite. Auch kostenpflichtige Webinare bietet Heise Events an. Die Kosten für ein Webinar reichen von 79 bis 149 Euro. </p>



<p>Das Medienunternehmen ist nicht neu auf dem Eventmarkt. Schon seit zehn Jahren werden Veranstaltungen unter dem Namen Heise angeboten und seit 2015 unter dem Markenbereich Heise Events. Gisela Strnad, Leiterin von Heise Events erklärt das Konzept, das man dabei fährt: „Wir machen Veranstaltungen für unsere In-Haus Marken, sprich CT und IX und so weiter, die dann auch unter jener Marke laufen. In dem Moment agieren wir wie eine Agentur für unsere internen Marken. Wir gehen aber auch raus und machen Veranstaltungen unter der Marke Heise Events, oder wir agieren auch als Agentur Heise Events wieder mit externen Kunden, zum Beispiel mit Verbänden“. Der Eventableger ist ein eigenständiges Business Center und hält sich durch seine Organisationsstruktur alle Möglichkeiten für Zusammenarbeit offen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Vom Programmierer bis zum Rechenzentrumsleiter</h2>



<p>Die Zielgruppe der Veranstaltungen wird durch die Informationen auf der Veranstaltungswebsite bereits eingegrenzt, aber sind mit gehobenem Fachpublikum nur Führungskräfte aus den jeweiligen Branchen gemeint? Strnad erklärt, dass auf den Kongressen durchaus ein breites Publikum angesprochen wird, denn „90 Prozent unserer Teilnehmer auf den Events sind IT-Mitarbeiter auf allen Ebenen, vom Rechenzentrumsleiter über den Entwickler, den Security-Experten, den Architekten, den Programmierer, also alle, die man in einer IT-Abteilung in einem Unternehmen findet“. Auch die Vortragenden haben einen gemischten Background, allerdings nur wenige aus dem Redaktionsumfeld von Heise, oftmals werden Externe Redner beauftragt. </p>



<p>Dass nur die wenigsten der Vortragenden einen redaktionellen Hintergrund haben, liegt auch an fehlenden Moderationsfähigkeiten. Denn wenn Redakteure plötzlich vom Büro auf eine Bühne gestellt werden, verzagen manche an dieser neuen Aufgabe. Das bestätigt auch Sigrun Albert, Chief Product Officer von der NZZ „es ist nicht jeder eine Rampensau. Es ist nicht jeder gewohnt, vor so vielen Leuten aufzutreten. Wir haben das bereits vor meiner Zeit mit wenigen, die sich das vorstellen konnten, gemacht. Man hat auch festgestellt, nachdem die Ersten sich vorgewagt haben, dass dann ein paar auch Spaß daran gefunden haben“. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Anforderungsprofil im Wandel</h2>



<p>Albert, deren Verlag auch schon seit einigen Jahren im Eventgeschäft tätig ist, erklärt, wie man es den ungeübten Rednern einfach machen kann: „Man kann sich auch ein bisschen lösen, in dem zum Beispiel ein Moderator da ist und der Redakteur, der dann speziell die Fragen beantwortet. Also wenn es um das spezielle Knowhow eines vielleicht nicht so rampensauverdächtigen Redakteur geht“. Sie betont zudem, dass sich das Berufsbild und das damit einhergehende Anforderungsprofil an Journalisten einem Wandel unterzieht und dass nicht jeder der guten Inhalte produzieren kann, gleichzeitig ein Showstar sei. Es gebe nun einmal &#8222;eine ganze Palette an Leuten&#8220;. </p>



<p>Doch welchen Mehrwert bieten solche Veranstaltungen dem Fachpublikum auch im Hinblick auf die Ticketpreise? Strnad sagt dazu: „Warum bezahlt jemand Geld, um auf solch eine Veranstaltung zu gehen? Sicherlich, um neue Informationen zu bekommen. Das ist immer noch die vorrangige Intention, warum ich dort Geld bezahle, aber Networking ist genauso interessant“. Networking ist allerdings kein nebensächlicher Aspekt. Das wird offensichtlich dadurch, dass Heise Events sogar Match-Making-Plattformen in Form von Apps anbieten, bei welchen sich die Teilnehmer, auch abseits von Kaffeepausen und Abendveranstaltungen, vernetzten können. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Ziel der Events oft noch unklar</h2>



<p>Welches Ziel mit dem Format Event erreicht werden soll, das Ausgleichen von Auflagendefiziten oder eher pures Community-Building, stellt für Verlage ein Zwiespalt dar. Denn von diesen Größen hängt letztlich auch die Preisfindung ab. Albert erklärt ihre Strategie bezüglich der neuen Darstellungsform: „Erstmal wurde dort in vielen Verlagen einfach mal losgelegt, was ja auch grundsätzlich nichts Schlimmes ist, aber natürlich gerät dort die Wirtschaftlichkeit gerne mal aus dem Blickfeld. Wir versuchen jetzt eben viel stärker, als es in den Anfängen der Fall war war,  zu messen, welche Themen ziehen. Wie viele Kunden kamen? Was haben Sie gezahlt vielleicht? Gibt es auch Sponsoren, die man mit einbinden kann? Was kamen an Einnahmen rein? Und da auch auszusortieren und sich dann eben auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren und eben vor allem auch die Sachen vorantreiben, die Wirtschaftlich was bringen. Denn natürlich ist Community-Building wichtig. Ich will auch nicht sagen, dass es nie eine Veranstaltung gegeben hat, die nur zum Community-Building, also zur Leserpflege, da ist. Aber ausschließlich dafür unsere Kräfte einzusetzen, würde dann wiederum zu viel Kraft in Anspruch nehmen. Deswegen liegt dort auch die Konzentration auf der Wirtschaftlichkeit“. </p>



<p>Allerdings wird bei der Umsetzung vom Konzept &#8222;Journalismus als Veranstaltung&#8220; auch Kritik geübt. Besonders problematisch hierbei sind Kooperationen zwischen den Medienverlagen und Lobbyorganisationen. Ein Beispiel dafür ist die „Agenda“-Konferenz des Tagesspiegel im Jahr 2014, bei welcher es Lobbyverbänden möglich war, Redezeit zu kaufen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wachsende Abhängigkeit der Medienhäuser</h2>



<p>Marvin Oppong untersuchte für die Otto Brenner Stiftung diese Entwicklungstendenzen in Bezug auf die Einflussnahme von Lobbyorganisationen auf das Eventgeschäft der Verlage. Er zieht seine Schlüsse für den deutschen Journalismus: „Indem Medienhäuser immer mehr auf das Eventgeschäft setzen, machen sie sich auch zunehmend davon abhängig. Medien sollten stattdessen versuchen, mit ihrer Kernkompetenz &#8211; Journalismus &#8211; Geld zu verdienen und nicht mit Geschäften mit Lobbyverbänden. Wenn ein Medienhaus Geschäftspartner eines Interessenverbandes ist, birgt dies die Gefahr von Interessenkonflikten. Dies lässt sich nicht vereinbaren mit der notwendigen Unabhängigkeit und Objektivität von Medien. Meine Untersuchung hat ergeben, dass es Fälle gibt, in denen der Journalismus unter den Lobbypartnerschaften leidet. “ </p>



<p>Auch Strnad betont die Wichtigkeit von Unabhängigkeit, speziell auch im Fachjournalismus. Sie sagt auch, dass dieser Aspekt von Wettbewerbern gerne mal vernachlässigt wird und erwähnt zudem, dass man fragwürdige Verbindungen zu Kunden bei Heise Events vergeblich sucht. Auf die Frage hin, wie Fach- und speziell Technikjournalismus in Zukunft relevant bleiben kann, antwortet Strnad: „Indem sie gute Redakteure haben. Ich glaube Fachjournalismus hat immer was mit Qualität zu tun. Also wenn Sie jetzt zum Beispiel unsere CT-Redaktion sehen, die größte Fachredaktion Europas, was die Anzahl die Beschäftigten Redakteure betrifft. Wir haben über 80 festangestellte Redakteure. Das finden Sie glaube ich in Deutschland nicht mehr ganz so oft, vielleicht noch bei der Bild-Zeitung“.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Parallelen zwischen Eventorganisation und Zeitungserstellung</h2>



<p>Die hohe Qualität sei auch der Grund, warum das Magazin immer noch einen hohe Abonnentenzahlen verzeichnen kann. Die Unabhängigkeit und journalistische Qualität seien das höchste Gut von Heise und Heise Events. Events seien aus Strnads Sicht zwar nicht die Antwort auf die Zukunft des Journalismus, allerdings hält sie ihnen zugute, dass sie im Bezug auf Content-Generierung durchaus keine großen Unterschiede zur herkömmlichen redaktionellen Arbeit darstellen. Sie vergleicht die beiden Darstellungsformen und folgert: „Der Ablauf dessen, wie ich eine solche Konferenz von den Inhalten her zusammenstelle, hat auch sehr viel damit zu tun, wie ich eine Zeitung zusammenstelle. Welche guten Autoren hol ich, bei Veranstaltungen heißt es dann nicht Autoren, sondern Referenten. Letztendlich ist eine Veranstaltung ähnlich zu sehen, wie wenn ich ein Sonderheft mache, über Front-End-Entwicklung“.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/fachmedien-events-nicht-mehr-als-networking-in-nadelstreifen/">Fachmedien-Events: Nicht mehr als Networking in Nadelstreifen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
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