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	<title>Roboterjournalismus Archive - Future Communication</title>
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	<title>Roboterjournalismus Archive - Future Communication</title>
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		<title>Wenn Roboter Texte schreiben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2020 06:26:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Saim Rolf Alkan ist CEO von AX Semantics, einem Stuttgarter Software-Unternehmen, welches einer der Vorreiter im Bereich der automatisierten Texterstellung ist. Im Interview spricht er darüber, wie Roboterjournalismus Erfolg haben kann. Ein Gastbeitrag von Jessica Herfel Denken Sie, dass der Roboterjournalismus die Arbeit von Journalisten erleichtert? Alkan: Ich denke erweitern passt hier besser als erleichtern. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/wenn-roboter-texte-schreiben/">Wenn Roboter Texte schreiben</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
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<p>Saim Rolf Alkan ist CEO von AX Semantics, einem Stuttgarter Software-Unternehmen, welches einer der Vorreiter im Bereich der automatisierten Texterstellung ist. Im Interview spricht er darüber, wie Roboterjournalismus Erfolg haben kann.</p>



<span id="more-314"></span>



<p class="has-text-align-right"><em>Ein Gastbeitrag von Jessica Herfel</em></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan.jpg" alt="" class="wp-image-516" width="327" height="327" srcset="https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan.jpg 960w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan-300x300.jpg 300w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan-150x150.jpg 150w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan-768x768.jpg 768w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan-24x24.jpg 24w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan-36x36.jpg 36w, https://futurecommunication.de/wp-content/uploads/2020/09/Saim_Rolf_Alkan-48x48.jpg 48w" sizes="(max-width: 327px) 100vw, 327px" /><figcaption>Neben seiner Tätigkeit bei AX Semantics ist Saim Alkan Dozent und Referent in den Bereichen Online-Kommunikation und Roboterjournalismus. (Foto: Alkan)</figcaption></figure></div>



<p><em>Denken Sie, dass der Roboterjournalismus die Arbeit von Journalisten erleichtert?</em> </p>



<p><strong>Alkan:</strong> Ich denke erweitern passt hier besser als erleichtern. Mit unserer Software erleichtern wir dem Journalisten nicht seinen Job, wir geben ihm nur mehr Zeit seine Arbeit zu erledigen. In dem Zusammenhang kann das aber natürlich auch als Erleichterung gesehen werden. Journalisten müssen sich dadurch beispielsweise auch nicht mehr mit dem Zurechtstutzen von Technik-PR-Meldungen und damit, dass diese auf ihre Webseite passen, beschäftigen. Solche Tätigkeiten kann von A bis Z die Maschine erledigen. Und die Journalisten können dann die große Technik-Story schreiben. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Maschine gemeinsam mit dem Menschen</h2>



<p><em>In welchen Bereichen kann der Roboterjournalismus helfen und Aufgaben übernehmen?</em></p>



<p><strong>Alkan:</strong> Mir ist es immer ganz wichtig, dass es um Mensch und Maschine als Gemeinsames geht und nicht um den Menschen gegen die Maschine. Wir müssen also einfach schauen, wie dieses kooperative Arbeitsmodell aussieht und welche Aufgaben Textroboter im Verhältnis zum menschlichen Journalisten übernehmen. Auch repetitive Aufgaben können natürlich von Maschinen übernommen werden. Das sind Aufgaben, die sich Verlage vorher vielleicht nicht geleistet haben, weil die Kosten für den Inhalt im Verhältnis zum Ertrag, der mit dem Inhalt möglich war, sich nicht gelohnt haben. </p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p>Artikel zum Thema: <a href="https://futurecommunication.de/wie-roboterjournalismus-sich-auf-die-medienlandschaft-auswirkt/(öffnet in neuem Tab)">Wie Roboterjournalismus sich auf die Medienlandschaft auswirkt</a></p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><em>Stehen der Programmieraufwand und die Programmierkosten im Verhältnis zum Nutzen?</em></p>



<p><strong>Alkan:</strong> Für andere Anbieter kann ich da leider nicht sprechen. Unsere Software kostet 279 Euro im Monat. Es können dann mehrere hundert Texte im Monat erstellt werden. Außerdem ist es mit unserem Tool kein Programmieren, sondern ein Konfigurieren. Vorgestellt werden kann sich das als Word für automatisierte Texte. Sie bedienen Word und dann kommt da ein Text raus. Ein bestimmter Textbereich wird markiert und eine Funktion hinzugefügt, dann wird ein zweiter Textbereich markiert und ebenfalls eine Funktion hinzugefügt. Das geschieht aus über 350 verschiedenen Funktionen und am Ende ist der automatisierte Text erstellt. Das macht der Redakteur alles selbst. Wir hingegen kümmern uns um die Vereinfachung der Plattform, soweit es geht und geben dem Journalisten quasi die Möglichkeit, ohne einen Techniker mit seinem ganzen Domain-Wissen Texte zu generieren. Das heißt für mich, der Aufwand steht immer im Verhältnis, weil wir mit dem Wissen des Journalisten Texte in höchster Qualität erstellen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehler menschlich erkennen</h2>



<p><em>Müssen die durch die Software generierten Texte nochmal Korrektur gelesen werden? Ist da der Aufwand nicht zu hoch?</em></p>



<p><strong>Alkan:</strong> Die Datenbank muss im Voraus perfekt sein. Wenn es einen Fehler in der Datenbank gibt, dann wird keine Maschine diesen im Nachhinein herausfiltern. Fehler werden übernommen. Unsere Software ist keine KI, die einfach so aus 500 Texten eine Produktbeschreibung erstellt. Sondern sie ist eine regelbasierte KI, die einen Lernprozess durchläuft. Am Anfang sollten die Texte also besser nochmal durchgelesen werden, um zu überprüfen, ob Kommas falsch gesetzt wurden, oder andere grammatikalische Fehler vorliegen. Und wenn das einmal gecheckt wurde, macht die Maschine das immer stabil und gleich. Dann muss auch nichts mehr korrigiert werden. Wenn ich mir jetzt die Zeit einspare, zwei Millionen Texte zu schreiben, dann kann ich niemanden hinsetzen, der die Texte alle lektoriert. Das macht keinen wirtschaftlichen Sinn. Also muss das Ergebnis aus der Maschine so gut und durch vorher iteratives Entwickeln geprüft sein, dass am Ende niemand mehr drauf schauen muss.</p>



<p><em>Journalisten stehen aufgrund ihrer Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit oft in der Diskussion. Denken Sie, dass durch Algorithmen erstellte Texte bei Lesern eine höhere Glaubwürdigkeit haben?</em></p>



<p><strong>Alkan:</strong> Robotertexten wird sogar eine höhere Fachlichkeit und Sachlichkeit zugeschrieben. Es gibt auch Studien dazu. Es wurden immer wieder die Texte, die von einer Maschine geschrieben wurden, als fachlich und sachlich korrekter eingeschätzt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fußballspiele automatisch schneiden</h2>



<p><em>Welche Innovationen sehen Sie in Zukunft im Journalismus? Wird Roboterjournalismus die Zukunft sein?</em></p>



<p><strong>Alkan:</strong> Wir haben jetzt eine Nachrichtenagentur und zwei Verlage, die in der Öffentlichkeit über das Geldverdienen mit unserem Tool sprechen. Und immer mehr Verlage und Medienhäuser bekommen nach und nach davon mit. Es wird aber auch noch vieles anderes kommen. Zum Beispiel gibt es Radiosender, die Experimente machen, Verkehrsmeldungen nicht nur automatisch zu generieren, sondern auch automatisch vorlesen zu lassen und nachts gar keinen Verkehrsredakteur mehr im Haus zu haben. Das Gleiche könnte im Radio mit dem Wetter gemacht werden.</p>



<p> Es gibt auch Computer-Schnittsysteme, die Fußballspiele oder Sportereignisse im Allgemeinen komplett zusammenschneiden. Erst vorgestern war ich in der Schweiz, beim Schweizer Rundfunk. Da hat mir ein erfahrener Radiojournalist erzählt, dass er ein zusammenfassendes Video gesehen hat, das die Hochs und Tiefs der Spieler über das gesamte Turnier gezeigt hat. Das System analysiert die Gesichtsausdrücke und schneidet dann nur anhand dieser alles entsprechend zusammen. Es passiert gerade unglaublich viel und da wird sich noch mehr bewegen. Und ich glaube noch spannender ist, ob das alles erfolgreich sein wird.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/wenn-roboter-texte-schreiben/">Wenn Roboter Texte schreiben</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
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		<title>Wie Roboterjournalismus sich auf die Medienlandschaft auswirkt</title>
		<link>https://futurecommunication.de/wie-roboterjournalismus-sich-auf-die-medienlandschaft-auswirkt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2020 07:09:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Maschinen und Algorithmen haben mittlerweile in immer mehr Lebensbereichen ihren Platz gefunden, die ursprünglich den Menschen vorbehalten waren. Das führt auch im Journalismus dazu, dass Algorithmen immer mehr Aufgaben übernehmen. Ein Gastbeitrag von Jessica Herfel Dabei spielt in der Gegenwart und in der Zukunft vor allem der Roboterjournalismus eine entscheidende Rolle. Doch zu fragen bleibt, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://futurecommunication.de/wie-roboterjournalismus-sich-auf-die-medienlandschaft-auswirkt/">Wie Roboterjournalismus sich auf die Medienlandschaft auswirkt</a> erschien zuerst auf <a href="https://futurecommunication.de">Future Communication</a>.</p>
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<p><strong>Maschinen und Algorithmen haben mittlerweile in immer mehr Lebensbereichen ihren Platz gefunden, die ursprünglich den Menschen vorbehalten waren. Das führt auch im Journalismus dazu, dass Algorithmen immer mehr Aufgaben übernehmen. </strong></p>



<span id="more-481"></span>



<p class="has-text-align-right"><em>Ein Gastbeitrag von Jessica Herfel</em></p>



<p>Dabei spielt in der Gegenwart und in der Zukunft vor allem der Roboterjournalismus eine entscheidende Rolle. Doch zu fragen bleibt, was mithilfe des Roboterjournalismus jetzt schon möglich ist, welche Auswirkungen seine Nutzung auf die Medienhäuser und den Journalistenberuf hat und ob Roboterjournalismus die Zukunft sein wird.</p>



<p>Roboterjournalismus beschreibt einen Journalismus, bei dem Texte nicht mehr von Menschen, sondern von Algorithmen geschrieben werden. Dazu werden als Grundlage Datensätze verwendet, die der Algorithmus nach festen Grundsätzen und Regeln zusammensetzt. Bisher entstehen so vor allem Nachrichten, denen Zahlen und Fakten als Fundament dienen. Das umfasst Ressorts wie Wetter, Verkehr, Sport oder Finanzen. </p>



<p>Die große Menge bereitgestellter Informationen verarbeitet ein Algorithmus in kürzester Zeit in einen idealerweise gut lesbaren Text. Ein menschlicher Redakteur legt hierbei jedoch im Vorfeld fest, welcher Dramaturgie der Beitrag folgen soll und welche Formulierungen in welchem Zusammenhang verwendet werden. Damit in den unzähligen generierten Texten nicht immer wieder gleiche Textbausteine zu lesen sind, werden bei der Einrichtung des Systems verschiedene Beschreibungen hinterlegt. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Erweiterung statt Erleichterung</h2>



<p>In Deutschland werden solche Dienste für Medienhäuser beispielsweise von Firmen wie AX Semantics und Retresco angeboten. Saim Alkan, CEO von AX Semantics, erklärt im Interview, dass ihre Software dem Journalisten jedoch nicht unbedingt seinen Job erleichtert. Er sieht das Ganze eher als eine Art Erweiterung. „Journalisten müssen sich dadurch beispielsweise nicht mit dem Zurechtstutzen von Technik-PR-Meldungen beschäftigen. Denn solche Tätigkeiten kann von A bis Z die Maschine erledigen, wodurch die Journalisten dann Zeit haben, die große Technik-Story zuschreiben“, so Alkan. Der Roboterjournalist ermöglicht selbst in kleinen Orten Lokalberichterstattung und macht die Massenproduktion von Texten möglich, für die sich so nicht genug Journalisten finden würden. </p>



<p>Pete Clifton, Chefredakteur von PA Media, bestätigt, dass durch eine kleine Anzahl zusätzlicher Journalisten die Produktion von lokalen Geschichten unterstützt werden kann. „In der Welt, die wir kannten, suchte jede Lokalzeitung ihren eigenen Zugang zu einem Thema. Jeder Journalist schrieb auf Basis derselben Fakten eine zumindest leicht andere Geschichte“, <a href="https://netzpolitik.org/2018/roboterjournalisten-retten-die-lokalpresse-wer-rettet-uns-davor/#vorschaltbanner" target="_blank" rel="noreferrer noopener">so die Nachrichten-Webseite netzpolitik.org.</a> In Großbritannien, so heißt es dort, zeichnet sich nun ein neuer Weg ab. Auch lokale Nachrichten werden nun alle aus der gleichen Vorlage und dem gleichen Blickwinkel geschrieben. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Glaubwürdigkeit und Qualität von Robotertexten</h2>



<p>Journalisten unterliegen oft der Kritik von voreingenommener Berichterstattung und dem Vorwurf der „Lügenpresse“. Dadurch erfahren journalistische Texte zwangsweise immer mehr negative Reaktionen und den Verlust von Glaubwürdigkeit. Beim Roboterjournalismus hingegen sieht das anders aus. In einer Studie über automatisierten Journalismus haben die Kommunikationswissenschaftler Dr. Andreas Graefe und Professor Hans-Bernd Brosius festgestellt, dass die Leser computergenerierte Texte als glaubwürdiger einstufen. </p>



<p>Bei der Untersuchung wählten die Wissenschaftler zwei journalistische Texte: einen über die Kursentwicklung eines Autozulieferers und einen anderen über ein Fußballspiel. Zu den gleichen Themen wurden vom Fraunhofer Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie Texte von einem Algorithmus erstellt. Rund 1000 Teilnehmer wurden gebeten, jeweils einen Finanz- und einen Sporttext nach seiner Qualität zu bewerten. Jeder Text hatte dabei eine Notiz beigefügt, ob er von einem Roboterjournalisten oder einem menschlichen Journalisten kam. Jedoch waren diese Angaben bei manchen Texten bewusst verfälscht worden. Die Leser bevorzugten die Robotertexte vor allem dann, wenn sie annahmen, dass diese von einem menschlichen Journalisten stammten. Dabei sprachen die Testpersonen bei den von Menschen geschriebenen Beiträgen zwar von einer besseren Lesbarkeit, in der Glaubwürdigkeit schnitten jedoch automatisiert erstellte Texte besser ab. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Algorithmus statt Shakespeare</h2>



<p>Laut Graefe sind die computergenerierten Texte sehr daten- und faktenlastig. „Die Sätze sind meist kurz und die Texte enthalten sehr viele Zahlen“, so Graefe. Es könne vielleicht daran liegen, dass Leser bei Finanznachrichten wahrscheinlich im Allgemeinen auch keine lebendige Sprache erwarten. Außerdem hieß es, dass die Leser kaum einen Unterschied zwischen computergenerierten und handgeschriebenen Texten erkennen würden. </p>



<p>Das bestätigt auch ein Test der New York Times. Dabei veröffentlichte die US-amerikanische Tageszeitung zunächst acht Texte und befragte  anschließend die Leser, welche von einem Menschen und welche von einem Computer stammen. Unter den Texten war beispielsweise ein Gedicht, von dem eine Wissenschaftlerin im Anschluss sagte, dass es wie von Shakespeare klingen würde. Dabei arbeitet die Maschine jedoch lediglich mit Textbausteinen von Shakespeare, nutzt seine Formulierungen und ordnet diese neu. Ebenfalls für die Qualität von Roboter-Texten spricht der Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, welchen die Jury der Stuttgarter Zeitung am 07.06.2018 für einen automatisiert erstellten Feinstaubbericht verlieh.</p>



<p> Erstellt hatte den Text die Software von AX Semantics. Die Begründung für die Auszeichnung in der Kategorie Datenjournalismus lautete: „Die Redaktion nutzt moderne Technik und datenjournalistische Mittel als Werkzeuge, um ihre journalistische Kompetenz bei einem politisch brisanten Thema auszuspielen: Big Data im Lokalen“. Alkan freut sich über die Anerkennung, die seiner Software durch den Journalistenpreis zuteil wird. Er glaubt, dass dadurch die Tür zur Zukunft des Journalismus weit geöffnet wurde und ist gespannt, was die weitere Zukunft bringt. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Roboterjournalismus löst Journalisten nicht ab</h2>



<p>Roboterjournalisten schreiben rund um die Uhr Texte, und das jeden Tag auf dem gleichen Niveau. Wenn sie einmal richtig programmiert wurden, machen sie fast keine Fehler mehr und arbeiten schneller als jeder Journalist. Dabei stellt sich die Frage, ob Journalisten deswegen Angst haben müssen, in Zukunft von Maschinen abgelöst zu werden. Alkan ist sich sicher, dass die automatisierte Erstellung von Texten in Zukunft nicht mehr wegzudenken ist. Er rät Journalisten, Bereitschaft zur Veränderung zu zeigen und prognostiziert einen starken Wandel in den Medienhäusern. Laut ihm werden sich Berufsbilder zukünftig mit Sicherheit verändern und auch neue Berufe entstehen. Wobei er nicht davon ausgeht, dass Roboter die Journalisten ersetzen. Sie werden die Menschen aber unterstützen und ihnen unter die Arme greifen und die Medienlandschaft verbessern. </p>



<p>Experten prognostizieren ebenfalls, so Retresco auf ihrer <a href="https://www.retresco.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Webseite</a>, dass der Mensch und die Technik sich im Journalismus zukünftig noch stärker ergänzen werden. Jedoch sind auch sie der Meinung, dass Algorithmen den traditionellen Redakteur auf keinen Fall ersetzen werden. Roboterjournalismus würde viel mehr die Chance bieten, Journalisten von repetitiven Aufgaben zu entlasten und so mehr Zeit für Qualitätsinhalte zu schaffen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Menschlichkeit auch weiterhin ein Markenzeichen von Qualitätsjournalismus</h2>



<p>Die Wahrscheinlichkeit, dass Maschinen Journalisten ersetzen werden, liegt lediglich bei acht Prozent. Das zeigt ein interaktives Tool der BBC, das die Wahrscheinlichkeit der Automatisierung von mehr als 350 Berufsgruppen vergleicht. Ein Interview führen und anschließend ein Feature oder eine Reportage mit Zitaten darüber zu schreiben, das kann der Roboterjournalist nämlich noch nicht. Ein Roboter fühlt nicht und ist nicht dazu in der Lage, Texten eine eigene Meinung zu geben und Subjektivität miteinfließen zu lassen. Von Qualitätsjournalismus wird das jedoch auch zukünftig das Markenzeichen sein. </p>



<p>Zusätzlich funktioniert Roboterjournalismus ohne Journalisten überhaupt nicht, denn er ist komplett abhängig vom Datenmaterial. Dabei muss ein Mensch die Nachrichtenstücke im Voraus programmieren. Der Journalist muss also generische Sätze vorformulieren, die die Maschine später beliebig variieren kann, aber auch Spezialfälle definieren. Ein Ergebnis oder Ereignis im automatisieren Journalismus, so ein Reporter des BBC, könne überhaupt nicht bewertet oder hinterfragt werden. Das Raster für den Artikel muss nämlich schon stehen, bevor das Ergebnis überhaupt da ist. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Zukunft der automatisierten Texterzeugung</h2>



<p>Die Zahl automatisierter Texte wird immer mehr steigen und die Algorithmen immer besser. „Es wird auch immer mehr personalisierte Nachrichten geben, die nur bestimmte Leser interessieren“, so Graefe. So werden Algorithmen entweder Nutzerdaten sammeln oder es werden Voreinstellungen angeboten, was Graefe mit Google News vergleicht. Dadurch wird es auch mehr News auf Nachfrage geben. Durch den Roboterjournalismus gebe es in Zukunft auch die Möglichkeit die Interessen von sehr kleinen Zielgruppen, vielleicht sogar von einzelnen Personen, ab-zudecken. </p>



<p>Außerdem, so Cord Dreyer, Medienexperte bei Text-On, könne die Technologie in Bereiche vordringen, in denen Journalisten noch gar nicht aktiv sind. Er ist sich sicher, dass durch die automatisierte Texterstellung zu mehr Aufklärung und zur Verbesserung des Journalismus führt. Eine Chance für den Journalismus sieht auch der Journalist Lorenz Matzat. Der Leser würde den größten Nutzen aus Roboter-Texten ziehen, „weil er sich maßgeschneiderte, standortbezogene Informationen vom Roboterjournalisten erstellen lassen kann.“ </p>



<h2 class="wp-block-heading">Features, Portraits und Kommentare auch zukünftig Menschensache</h2>



<p>Die Texte müssen Matzat zufolge dafür nicht einmal perfekt sein. Sie müssen nur gut genug sein, um sie problemlos lesen zu können. Das einzige Problem ist, dass Roboterjournalisten bis jetzt noch nicht unabhängig denken können. Dort, wo ein menschliches Auge notwendig ist, können sie noch nicht verwendet werden. Deswegen sind Features, Portraits oder Kommentare noch nicht die Stärke des Computers. Die Frage, wie genau sich der Roboterjournalismus weiterentwickeln wird, bleibt daher offen.</p>
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